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Kanada vor LNG-Lieferabkommen mit Deutschland über SEFE

Kanada steht kurz vor der Bekanntgabe eines LNG-Liefervertrags mit der deutschen SEFE – Ankündigung erwartet am Mittwoch.

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Kanada vor LNG-Lieferabkommen mit Deutschland über SEFE

Kanada steht unmittelbar vor der Bekanntgabe eines bedeutenden Flüssigerdgas-Abkommens mit Deutschland. Laut einem Bericht von Bloomberg vom Dienstag soll das Gas aus dem Projekt Ksi Lisims geliefert werden – einer geplanten schwimmenden Exportanlage an der Küste der kanadischen Provinz British Columbia. Käufer ist die deutsche SEFE, die ehemalige Gazprom-Tochter, die nach der russischen Invasion der Ukraine von der Bundesregierung verstaatlicht wurde.

Die offizielle Bekanntgabe des Deals wird laut Bloomberg für Mittwoch erwartet. Tim Hodgson, Kanadas Minister für Energie und natürliche Ressourcen, soll das Abkommen ankündigen. Damit würde ein weiterer Schritt zur Diversifizierung der europäischen Energieversorgung vollzogen – weg von russischem Gas, hin zu verlässlicheren westlichen Lieferanten.

Das Projekt Ksi Lisims LNG

Das Projekt Ksi Lisims LNG ist eine schwimmende Exportanlage mit einem geplanten Investitionsvolumen von 10 Milliarden kanadischen Dollar, umgerechnet rund 7,3 Milliarden US-Dollar. Die Anlage hat bereits die behördliche Genehmigung erhalten, eine endgültige Investitionsentscheidung für den Baubeginn steht jedoch noch aus. Die geplante Kapazität beläuft sich auf 12 Millionen Tonnen LNG pro Jahr – damit wäre die Anlage fast so groß wie die erste Phase von LNG Canada, einem von Shell Plc unterstützten Projekt, das im vergangenen Jahr in Betrieb gegangen ist.

Hinter dem Projekt steht ein breites Konsortium: Western LNG, finanziert durch den US-amerikanischen Investmentgiganten Blackstone Inc., sowie Rockies LNG Partners und die Nisga'a Nation. Letztere ist eine indigene Gemeinschaft, der das Erschließungsland gehört – ein in Kanada zunehmend wichtiger Aspekt bei der Entwicklung von Energieprojekten.

Europas Suche nach Energiesicherheit

Der Hintergrund des Deals ist die anhaltende Suche europäischer Länder nach einer zuverlässigen und diversifizierten Gasversorgung. Hodgson erklärte in einem kürzlich geführten Interview, dass europäische Nationen aktiv nach Alternativen zu russischen und nahöstlichen Lieferströmen suchen, die durch den Krieg in der Ukraine unterbrochen wurden.

Dabei spielen auch geopolitische Überlegungen eine Rolle: Europäische Länder wollen laut Hodgson nicht übermäßig von amerikanischem Gas abhängig werden – sowohl wegen der Handelsspannungen mit der Trump-Regierung als auch aus dem grundsätzlichen Bestreben heraus, die Versorgungssicherheit durch eine breite Palette von Lieferanten zu gewährleisten. Kanada positioniert sich damit als attraktiver und politisch stabiler Energiepartner für Europa.

Für Deutschland hat das Abkommen besondere Bedeutung. Die SEFE – ehemals als Gazprom Germania bekannt – wurde 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine unter staatliche Kontrolle gestellt und spielt seitdem eine zentrale Rolle bei der Neuausrichtung der deutschen Gasversorgung. Ein langfristiger LNG-Liefervertrag mit einem kanadischen Projekt würde die Bemühungen Berlins unterstreichen, die Energieversorgung dauerhaft von russischen Quellen zu lösen.

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