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Kanada verhandelt USMCA und China-Elektroauto-Deal beim G7

Beim G7-Gipfel in Evian führt Minister Dominic LeBlanc entscheidende Handelsgespräche mit den USA und balanciert gleichzeitig Kanadas neues Elektroauto-Abkommen mit China.

Kanada verhandelt USMCA und China-Elektroauto-Deal beim G7

Beim G7-Gipfel im französischen Evian steht Kanada vor einer komplexen handelspolitischen Doppelaufgabe. Minister Dominic LeBlanc führt intensive Verhandlungen über die Zukunft des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA, während Premierminister Mark Carney gleichzeitig ein umstrittenes Elektroauto-Importabkommen mit China verteidigt. Die Gespräche verdeutlichen, wie stark Kanada zwischen den wirtschaftlichen Großmächten USA und China eingespannt ist.

LeBlanc, der Kanadas Zollverhandlungen leitet, traf sich am Dienstag zu einem als „konstruktiv" beschriebenen Gespräch mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer. Im Mittelpunkt stand die Zukunft des USMCA-Abkommens, das die Handelsbeziehungen zwischen den USA, Kanada und Mexiko regelt. Der 1. Juli stellt dabei eine kritische Frist dar: An diesem Datum müssen die drei Länder entscheiden, ob sie das bestehende Abkommen in seiner aktuellen Form verlängern oder Änderungen anstreben.

LeBlanc bestätigte zwar Fortschritte in den Gesprächen, machte jedoch deutlich, dass formelle Vertragsänderungen bis zum 1. Juli nicht abgeschlossen sein werden. Das Überschreiten dieser Frist löst eine zehnjährige Kündigungsfrist für das USMCA aus – ein Zeitraum, in dem die Verhandlungen voraussichtlich weiterlaufen werden. Beide Seiten vereinbarten, die hochrangigen Gespräche in der kommenden Woche fortzusetzen, um den Schwung beizubehalten.

Kanadas neues Elektroauto-Abkommen mit China

Parallel zu den USMCA-Gesprächen sorgte Kanadas neues Importabkommen für chinesische Elektrofahrzeuge für Gesprächsstoff beim Gipfel. Das Abkommen, das Premierminister Carney im Januar bei seinem Besuch in Peking ausgehandelt hatte, ersetzt das bisherige Regime mit einem Importzoll von 100 Prozent durch ein Quotensystem. Unter der neuen Regelung darf Kanada bis zu 49.000 chinesische Elektrofahrzeuge innerhalb von zwölf Monaten zu einem reduzierten Zollsatz von rund sechs Prozent einführen, wobei die Quote schrittweise steigen soll.

Das Abkommen hatte zunächst Kritik aus der Trump-Administration ausgelöst. Beim G7-Gipfel enthüllte Carney jedoch, dass US-Präsident Donald Trump die Struktur des Deals in informellen Gesprächen persönlich gutgeheißen habe. Ein Mikrofon fing einen Austausch auf, bei dem Carney dem Präsidenten die Importobergrenze erläuterte und Trump mit den Worten „that's good" reagierte. Carney berichtete, dass die beiden Staatschefs im Laufe des Gipfels weitere Gespräche geführt hätten – auch ohne ein formelles bilaterales Treffen.

Dies ist für Kanada von besonderer Bedeutung, da das Land aktiv versucht, die US-Zölle auf in Kanada gebaute Fahrzeuge zu senken. Die USA selbst halten an ihrem eigenen 100-prozentigen Zoll auf chinesische Elektrofahrzeuge fest und setzen zudem ein Softwareverbot für solche Fahrzeuge um, das mit nationalen Sicherheitsbedenken begründet wird.

Industrielle Integration als Strategie

Um die langfristige Tragfähigkeit des China-Abkommens zu sichern, verfolgt die kanadische Regierung eine Strategie der industriellen Integration. Industrieministerin Melanie Joly befindet sich derzeit in China, um mit großen Automobilherstellern über Joint Ventures zu verhandeln. Carney betonte, die Regierung suche nach „wesentlicher kanadischer Produktion" und schloss ausdrücklich aus, sogenannte „Knockdown Kits" zu akzeptieren – ein Verfahren, bei dem Fahrzeuge weitgehend in China montiert und nur in Kanada fertiggestellt werden.

Carney stellte klar, dass das Abkommen zwar die Möglichkeit einer tieferen Handelsbeziehung und potenzieller chinesischer Investitionen in Kanada eröffne, dies jedoch keine Gewissheit sei. Die Regierung bleibe bei den Bedingungen solcher Investitionen vorsichtig.

Mit dem Abschluss des G7-Gipfels stehen die kommenden Wochen für Kanada unter besonderer Beobachtung. Die USMCA-Frist am 1. Juli und die laufenden Gespräche mit China werden darüber entscheiden, ob die diplomatischen Signale aus Evian in konkrete wirtschaftliche Vorteile für den kanadischen Automobilsektor umgemünzt werden können.

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