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Kanada startet LNG-Export über den Pazifik

Erste Lieferung aus Kitimat erreicht Asien – Milliardenprojekt soll Kapazität noch verdoppeln

Kanada startet LNG-Export über den Pazifik

Kanada hat seine erste Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) von der Pazifikküste aus auf den Weg nach Asien geschickt. Das LNG wurde im Hafen von Kitimat in der Provinz British Columbia verladen und markiert damit den Beginn des großtechnischen LNG-Exports des Landes. Die Verladung erfolgte rund eine Woche nach Produktionsbeginn der Anlage LNG Canada, dem ersten kommerziellen Großprojekt dieser Art in Kanada.

LNG Canada ist eine gemeinsame Unternehmung von Shell, Petronas, PetroChina, Mitsubishi und Kogas. Das Bauprojekt kostete rund 40 Milliarden kanadische Dollar, was es zur bislang größten privatwirtschaftlichen Einzelinvestition in der Geschichte Kanadas macht. In voller Ausbaustufe soll die Anlage eine Exportkapazität von 14 Millionen Tonnen LNG pro Jahr erreichen.

Die neue Exportinfrastruktur verschafft kanadischen Produzenten erstmals direkten Zugang zu asiatischen Märkten und vermeidet den Umweg über den Panamakanal, den viele US-amerikanische Anlagen auf dem Golfküstenkorridor nutzen müssen. Durch diese geografische Lage soll ein Wettbewerbsvorteil gegenüber amerikanischen Anbietern entstehen. LNG Canada ist das erste große LNG-Projekt in Nordamerika mit direktem Zugang zum Pazifik.

Shell und seine Partner planen bereits eine mögliche Erweiterung. Eine endgültige Investitionsentscheidung zur Verdopplung der Kapazität wird für das kommende Jahr erwartet. Kanada, das weltweit zu den größten Produzenten und Exporteuren von Erdgas zählt, hatte bislang nahezu den gesamten Export in die Vereinigten Staaten gelenkt.

Ein Vorteil für LNG Canada sind die vergleichsweise niedrigen Preise für kanadisches Erdgas, das über die Coastal Gaslink-Pipeline von den Schiefergasfeldern im Nordosten British Columbias angeliefert wird. Der Preis liegt derzeit bei weniger als der Hälfte des US-amerikanischen Henry-Hub-Benchmarks. Vertreter der Projektpartner sehen darin eine starke Konkurrenzfähigkeit gegenüber US-Anlagen.

Allerdings sind mit dem Bau solcher Anlagen in der abgelegenen Küstenregion im Norden British Columbias auch Herausforderungen verbunden. Experten weisen auf höhere Baukosten und politische Risiken hin. So erschweren etwa kanadische Klimaschutzauflagen die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu den Vereinigten Staaten. Auch die Strompreise zur Versorgung der energieintensiven LNG-Verflüssigung gelten als Unsicherheitsfaktor für künftige Investitionen in diesem Sektor.

Weitere LNG-Projekte an der kanadischen Pazifikküste wie Cedar LNG und Woodfibre LNG befinden sich bereits im Bau. Sie sollen das Exportangebot des Landes perspektivisch erweitern.

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