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Kampf um Strom bremst US-Aluminiumindustrie aus

Tech-Konzerne zahlen Höchstpreise, Recycling gewinnt an strategischer Bedeutung

 Kampf um Strom bremst US-Aluminiumindustrie aus

Der Bau neuer Primäraluminiumschmelzen in den Vereinigten Staaten steht vor erheblichen Herausforderungen. Seit 1980, als Alumax die Mt-Holly-Anlage in South Carolina in Betrieb nahm, wurde keine neue Schmelze mehr errichtet. Damals zählte das Land 33 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von fast fünf Millionen Tonnen pro Jahr. Heute sind es nur noch sechs, von denen zwei vollständig stillgelegt und zwei weitere, darunter Mt Holly, unter ihrer Kapazität betrieben werden. Die Jahresproduktion ist auf 700.000 Tonnen gesunken.

Neue Projekte wie die von Emirates Global Aluminium in Oklahoma oder Century Aluminum im Ohio- oder Mississippi-Becken zielen darauf ab, diese Entwicklung umzukehren. Beide Vorhaben stehen jedoch vor dem gleichen Problem: Strom ist teuer und schwer langfristig zu sichern. Für die Rentabilität einer Schmelze ist ein fester Strompreis über mindestens 20 Jahre entscheidend. Laut der Aluminium Association darf dieser nicht über 40 US-Dollar pro Megawattstunde liegen. Doch Technologieunternehmen, die ihre energieintensiven Rechenzentren betreiben, bieten deutlich höhere Preise – wie Microsoft, das Medienberichten zufolge 115 US-Dollar pro Megawattstunde zahlte, um ein Atomkraftwerk in Pennsylvania wieder in Betrieb zu nehmen.

Ein moderner Schmelzbetrieb mit einer Jahreskapazität von 750.000 Tonnen benötigt mehr Strom als eine Stadt wie Boston. Das ist ein schwerwiegendes Problem angesichts einer prognostizierten Stromlücke von 31 Millionen Megawattstunden bis 2030 und 48 Millionen bis 2035. Selbst die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Anlagen erscheint fraglich, da die durchschnittlichen Strompreise in relevanten Bundesstaaten bereits 2023 bei über 73 US-Dollar pro Megawattstunde lagen.

In Oklahoma, wo EGA eine neue Schmelze mit einer Kapazität von 600.000 Tonnen plant, ist bislang noch kein Stromabkommen geschlossen worden. Der Bundesstaat erzeugt fast dreimal so viel Energie, wie er verbraucht. 2023 stammten rund 42 Prozent des Stroms aus Windenergie, der Rest größtenteils aus Erdgas. Eine vollständig auf Windenergie basierende Schmelze würde jedoch erhebliche Speicherlösungen erfordern. Der Einsatz von Gas erscheint daher unvermeidlich.

Gleichzeitig wächst der Markt für recyceltes Aluminium. Die Aluminium Association rechnet bis Ende des Jahrzehnts mit 14 neuen Re-Melt-Anlagen und einem Bedarf von 6,5 Millionen Tonnen recycelbaren Schrottes. Die Herstellung von Recyclingaluminium benötigt nur rund fünf Prozent der Energie, die für Primäraluminium nötig ist. Ein Problem bleibt jedoch: Die USA recyceln derzeit nur 43 Prozent der Getränkedosen und exportieren große Mengen Altaluminium, darunter 2,4 Millionen Tonnen allein im Jahr 2024.

AluminiumUSAProduktion

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