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Kalshi verlangt Berufsangaben von Nutzern gegen Insiderhandel

Der Prognosemarkt-Betreiber Kalshi will mit Arbeitgeberangaben Insiderhandel auf seiner Plattform frühzeitig erkennen und verhindern.

Kalshi verlangt Berufsangaben von Nutzern gegen Insiderhandel

Der US-amerikanische Prognosemarkt-Betreiber Kalshi führt eine neue Maßnahme gegen Insiderhandel ein: Nutzer, die bestimmte Wetten platzieren möchten, müssen künftig ihren Arbeitgeber offenlegen. Das Unternehmen gab dies am Dienstag bekannt und begründete den Schritt mit dem Ziel, mutmaßliche Insider bereits vor der Handelsausführung zu identifizieren und auszuschließen.

Die neue Regelung gilt laut Kalshi für „Märkte mit erhöhtem Insider- oder Manipulationsrisiko". Als konkretes Beispiel nannte das Unternehmen eine mögliche Wette darauf, welches KI-Unternehmen – OpenAI oder Anthropic – zuerst an die Börse geht. Auf Kalshi können Nutzer gegeneinander auf Wahlausgänge, Sportereignisse und kulturelle Events wetten.

Durch die Abfrage von Arbeitgeberinformationen will Kalshi in der Lage sein, „mutmaßliche Insider zu identifizieren und sie auszuschließen, noch bevor ein Handel getätigt wird". Zusätzlich setzt das Unternehmen ein Risikobewertungsverfahren ein, um Märkte zu identifizieren, die anfälliger für Manipulationen erscheinen – darunter insbesondere Themen der nationalen Sicherheit.

Wachsende Kritik und konkrete Ermittlungsfälle

Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: Im ersten Quartal dieses Jahres leitete Kalshi nach mehr als 150 internen Untersuchungen über 20 Fälle von möglicherweise illegalen Handelsaktivitäten an die Strafverfolgungsbehörden weiter. Die Plattform steht damit unter erheblichem Druck, die Integrität ihrer Märkte zu gewährleisten.

Mehrere aufsehenerregende Fälle haben die Debatte angeheizt. Dem US-Sender NPR zufolge wird gegen den ehemaligen US-Kongressabgeordneten George Santos wegen mutmaßlichen Insiderhandels auf Kalshi ermittelt. Anfang des Jahres wurde zudem bekannt, dass Kongresskandidaten aus den Bundesstaaten Minnesota, Texas und Virginia auf ihre eigenen Wahlkämpfe gewettet hatten.

Auch bei Kalschi-Konkurrent Polymarket kam es zu Vorfällen: Im vergangenen Monat wurde ein Google-Mitarbeiter angeklagt, weil er Unternehmensinformationen genutzt haben soll, um Wetten auf der Plattform zu platzieren. Ebenfalls in diesem Jahr wurde bekannt, dass ein Soldat einer US-Spezialeinheit mutmaßlich erfolgreiche Wetten bezüglich der Absetzungsoperation des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro abgeschlossen hatte – er hat auf „nicht schuldig" plädiert.

Nationale Sicherheit als besonderes Risiko

Kalshi betont die Bedeutung der Sicherheitsbewertung ausdrücklich: „Indem wir das Risiko für die nationale Sicherheit bewerten, das ein Markt darstellen könnte, bevor wir ihn listen, können wir besser verhindern, dass gefährliche Ereignisse negative Auswirkungen auf unsere Märkte haben – oder umgekehrt", so das Unternehmen.

Auch das Weiße Haus reagierte bereits auf die wachsenden Bedenken: Anfang des Jahres warnte es seine Mitarbeiter davor, Insiderinformationen für Wetten auf Prognosemärkten zu nutzen. Vorausgegangen waren Berichte über verdächtige Handelsaktivitäten im Vorfeld des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran.

Prognosemärkte wie Kalshi haben in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen, insbesondere in den USA. Dort werden sie als Handelsplattformen reguliert, was es ihnen ermöglicht, trotz Beschränkungen für Glücksspiel in allen 50 Bundesstaaten zu operieren. Da die Plattformen Millionen von Menschen ermöglichen, kollektiv Milliarden von US-Dollar auf den Ausgang fast jedes öffentlichen Ereignisses zu setzen, stehen sie neben Insiderhandel auch wegen der sogenannten „Gamifizierung" ernster Themen – wie etwa militärischer Operationen – in der Kritik.

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