Kaliforniens geplante Milliardärssteuer: Warum Kritiker sie ablehnen
Im November stimmt Kalifornien über eine einmalige 5-Prozent-Steuer auf Milliardärsvermögen ab – doch der Vorschlag ist hochumstritten.

Kalifornien plant eine sogenannte „Milliardärssteuer", über die die Bevölkerung des US-Bundesstaates im November abstimmen soll. Der Vorschlag sieht eine einmalige Steuer von 5 Prozent auf das Vermögen der im Bundesstaat ansässigen Milliardäre vor. Doch der Plan stößt auf massive Kritik – und das nicht nur von den Betroffenen selbst.
Laut einem Kommentar des Finanzmediums MarketWatch ist der Vorschlag so grundlegend fehlerhaft, dass Beobachter scherzhaft spekulieren, ob er insgeheim von Oligarchen selbst lanciert wurde – als eine Art „False Flag"-Operation, um das gesamte Konzept von Vermögens- oder Grundsteuern zu diskreditieren. Diese provokante These verdeutlicht, wie tief die Skepsis gegenüber dem konkreten Ausgestaltung des Vorhabens sitzt.
Was steckt hinter dem Vorschlag?
Der Kern des Vorschlags ist eine einmalige Abgabe von 5 Prozent auf das Nettovermögen von Milliardären, die ihren Wohnsitz in Kalifornien haben. Damit würde der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat eine der weitreichendsten Vermögenssteuern in der Geschichte der Vereinigten Staaten einführen. Über den genauen Abstimmungstermin und die Ausgestaltung weiterer Details wird noch diskutiert.
Kritiker bemängeln jedoch fast jeden Aspekt des Vorschlags. Die Schwächen des Entwurfs seien so offensichtlich, dass er letztlich dem Ziel einer gerechteren Besteuerung von Superreichen schaden könnte, anstatt es zu fördern. Denn ein schlecht konzipiertes Gesetz, das scheitert oder vor Gericht gekippt wird, hinterlässt politischen Schaden für künftige, besser durchdachte Initiativen.
Vermögenssteuer als politisches Reizthema
Die Debatte um Vermögenssteuern ist in den USA seit Jahren ein zentrales politisches Thema. Befürworter argumentieren, dass extrem konzentrierter Reichtum die gesellschaftliche Ungleichheit verschärft und dass Milliardäre im Verhältnis zu ihrem Vermögen deutlich weniger Steuern zahlen als der Mittelstand. Gegner hingegen warnen vor Kapitalflucht, verfassungsrechtlichen Problemen und praktischen Schwierigkeiten bei der Bewertung illiquider Vermögenswerte wie Unternehmensanteile oder Immobilien.
Genau diese Probleme dürften auch den kalifornischen Vorschlag belasten. Die Bewertung von Milliardärsvermögen ist komplex, da ein Großteil davon in nicht börsennotierten Unternehmen, Kunstwerken oder anderen schwer bewertbaren Anlagen steckt. Eine einmalige Steuer auf solche Vermögenswerte wirft erhebliche praktische und rechtliche Fragen auf.
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Zur AktienanalyseWas wäre die Alternative?
Der MarketWatch-Kommentar deutet an, dass es bessere Ansätze zur Besteuerung von Superreichen geben könnte, ohne jedoch konkrete Alternativen im Detail auszuführen. Die Botschaft ist klar: Der aktuelle Vorschlag verdeckt möglicherweise sinnvollere Lösungen, die tatsächlich umsetzbar und rechtlich haltbar wären.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Debatte aus mehreren Gründen relevant. Auch in Europa – und insbesondere in Deutschland – wird die Frage einer stärkeren Besteuerung großer Vermögen immer wieder diskutiert. Die Erfahrungen aus Kalifornien, ob positiv oder negativ, werden die internationale Debatte über Vermögenssteuern maßgeblich beeinflussen. Scheitert der Vorschlag, dürfte das Argumente für Gegner von Vermögenssteuern weltweit liefern. Gelingt er, könnte er als Blaupause für andere Regionen dienen.


