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Kalifornien plant 100%-Steuer auf Trumps umstrittenen Januar-6-Fonds

Gouverneur Gavin Newsom will Zahlungen aus dem 1,8-Milliarden-Dollar-Fonds für Januar-6-Begnadigte vollständig besteuern.

Kalifornien plant 100%-Steuer auf Trumps umstrittenen Januar-6-Fonds

Kalifornien will Zahlungen aus dem fast 1,8 Milliarden Dollar schweren Entschädigungsfonds der Trump-Administration mit einer Steuer von 100 Prozent belegen. Das kündigte Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch an. Der Fonds soll Personen entschädigen, die sich als Opfer einer mutmaßlichen politischen „Instrumentalisierung" durch das Justizministerium unter Ex-Präsident Joe Biden betrachten.

„Eines der Dinge, die wir versuchen werden, ist eine Besteuerung von 100%", sagte Newsom. „Wir wollen jeden aus Kalifornien, der Gelder aus diesem Fonds erhält, mit 100% auf diese Erträge besteuern. Dies ist eine Maßnahme, die der Bundesstaat Kalifornien ergreifen kann." Der Gouverneur ergänzte: „Es ist ein Schritt, den wir gerne vollziehen werden."

Die Pressestelle des Gouverneurs bezeichnete den 1,776 Milliarden Dollar schweren Fonds in einem Beitrag in den sozialen Medien als „schwarze Kasse". Newsom machte jedoch keine Angaben dazu, wann der Bundesstaat konkret mit der Erhebung der Steuer beginnen werde. Das Weiße Haus und das Justizministerium reagierten zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.

Hintergrund: Vergleich mit dem IRS und Begnadigungen vom 6. Januar

Der Fonds wurde im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs zwischen US-Präsident Donald Trump und der Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) angekündigt. Trump hatte die Behörde ursprünglich verklagt, weil diese seine Steuererklärungen an die Medien weitergegeben haben soll. Ein besonders umstrittener Teil des Vergleichs untersagt dem IRS „auf ewig", vergangene Steueransprüche von Trump, seinen Verwandten und seinen Unternehmen zu prüfen.

Trump hatte im vergangenen Jahr mehr als 1.500 Angeklagte im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 6. Januar 2021 begnadigt – jenem Tag, an dem Anhänger des damaligen Präsidenten das US-Kapitol in Washington stürmten. Einige dieser Begnadigten haben nun damit begonnen, ihre Kosten für Strafverfolgung, Haftzeiten und Geschäftsverluste zu berechnen, in der Hoffnung auf eine Entschädigung aus dem neuen Fonds.

Rechtliche und politische Kritik aus beiden Lagern

Der beispiellose Schritt sieht sich bereits einer rechtlichen Anfechtung gegenüber: Zwei Polizeibeamte, die das US-Kapitol am 6. Januar 2021 gegen die Randalierer verteidigt hatten, haben den Fonds juristisch angefochten. Auch Demokraten und einige Republikaner stellen die Rechtmäßigkeit des Vorhabens infrage.

Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina äußerte sich besonders deutlich: „(Der Fonds) könnte potenziell jemanden entschädigen, der einen Polizeibeamten angegriffen, seine Schuld eingestanden hat, verurteilt wurde, begnadigt wurde – und nun sollen wir ihn dafür bezahlen? Das ist absurd."

Die geplante Steuer Kaliforniens ist ein weiteres Kapitel im anhaltenden politischen Konflikt zwischen dem demokratisch regierten Bundesstaat und der Trump-Administration. Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht der Vorgang, wie stark politische Auseinandersetzungen in den USA zunehmend auch steuer- und finanzrechtliche Dimensionen annehmen.

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