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Kaiser Permanente: Doppelstreik belastet kalifornisches Gesundheitssystem massiv

Über 34.000 Beschäftigte legen Arbeit nieder – Labore und Apotheken betroffen

Kaiser Permanente: Doppelstreik belastet kalifornisches Gesundheitssystem massiv

Kaiser Permanente, eines der größten gemeinnützigen Gesundheitssysteme der USA, steht vor einer beispiellosen Herausforderung. Während der unbefristete Streik von mehr als 31.000 Pflegekräften in die zweite Woche geht, kündigt nun auch das Apotheken- und Laborpersonal einen Ausstand ab dem 9. Februar an. Insgesamt könnten damit über 34.000 Beschäftigte gleichzeitig ihre Arbeit niederlegen.

Die Gewerkschaft United Food and Commercial Workers (UFCW) vertritt rund 3.000 Mitglieder in Südkalifornien, darunter Apothekentechniker und klinische Laborwissenschaftler. Sie werfen Kaiser vor, Verhandlungen zu verzögern und gegen das föderale Arbeitsrecht verstoßen zu haben. Beide Gewerkschaften – UFCW und die United Nurses Associations of California (UNAC/UHCP) – kritisieren, dass sich Kaiser unrechtmäßig aus einem vereinbarten nationalen Tarifprozess zurückgezogen habe.

Kaiser Permanente reagierte mit konkreten Handlungsanweisungen an seine 12,6 Millionen Mitglieder. Das Unternehmen forderte Patienten auf, dringende Labortests noch bis Samstag durchführen zu lassen und Routineuntersuchungen zu verschieben. Einige ambulante Labordienste und Blutentnahme-Standorte werden ab Montag vorübergehend geschlossen.

Notfallversorgung hat Priorität

Trotz der Streiks bleiben Krankenhäuser und Arztpraxen geöffnet. Kaiser versicherte, dass Patienten in Notaufnahmen, stationär behandelte Personen und Fälle mit dringendem Versorgungsbedarf weiterhin Priorität erhalten. Die Einrichtungen werden mit Ärzten, Managern und geschultem Stammpersonal besetzt, ergänzt durch lizenzierte Vertragskräfte.

Einige Apotheken und Kliniken in Target-Filialen mussten jedoch vorübergehend schließen. Mitglieder werden ermutigt, Versandoptionen für nicht dringende Rezepte zu nutzen. Bestimmte Termine werden auf virtuelle Sprechstunden umgestellt, elektive Eingriffe könnten neu terminiert werden. Die Ergebnisse nicht dringender Labortests verzögern sich voraussichtlich.

Bundesweite Auswirkungen

Kaiser Permanente beschäftigt rund 250.000 nicht-ärztliche Mitarbeiter und ist in acht US-Bundesstaaten sowie Washington D.C. aktiv. Das integrierte Gesundheitssystem kombiniert Krankenversicherung mit direkter medizinischer Versorgung – ein in den USA verbreitetes Modell, das in Deutschland kaum bekannt ist.

Der Konzern betonte in einer Stellungnahme, in gutem Glauben verhandelt zu haben, um eine Einigung über neue nationale und lokale Verträge zu erzielen. Die Gewerkschaften sehen das anders und haben den unbefristeten Streik der UNAC/UHCP bereits am 26. Januar begonnen.

Streikwelle im US-Gesundheitswesen

Die Arbeitsniederlegungen bei Kaiser sind Teil einer größeren Bewegung im amerikanischen Gesundheitssektor. In New York streiken seit über drei Wochen mehr als 15.000 Pflegekräfte in privaten Krankenhäusern, darunter renommierte Einrichtungen wie Presbyterian, Mt. Sinai und Montefiore. Die New York State Nurses Association vertritt die streikenden Beschäftigten.

Für deutsche Investoren und Beobachter des US-Gesundheitsmarktes zeigt der Fall Kaiser exemplarisch die angespannte Personalsituation im amerikanischen Gesundheitswesen nach der Pandemie. Die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und fairen Tarifverträgen dürften die Kostenstruktur der Branche nachhaltig beeinflussen.

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