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Julius Bär veräußert Geschäft in Brasilien

Vermögensverwaltung für neun Milliarden Franken geht an BTG Pactual

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Julius Bär veräußert Geschäft in Brasilien

Die Schweizer Privatbank Julius Bär hat ihr lokales Geschäft in Brasilien an die brasilianische Investmentbank Banco BTG Pactual verkauft. Der Kaufpreis beträgt umgerechnet 91 Millionen Franken, was etwa 96,6 Millionen Euro entspricht. Das Geschäft umfasst die Vermögensverwaltung für wohlhabende und sehr vermögende Kunden in Brasilien. Laut der Mitteilung von Julius Bär wird die Transaktion voraussichtlich im ersten Quartal 2025 abgeschlossen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.

Die brasilianische Einheit von Julius Bär betreibt Niederlassungen in São Paulo, Belo Horizonte und Rio de Janeiro und verwaltet Vermögen in Höhe von rund neun Milliarden Franken. Im globalen Kontext beliefen sich die von Julius Bär verwalteten Vermögen zuletzt auf 480 Milliarden Franken. Aufgrund fehlender Vollbankenlizenz in Brasilien war es der Bank bisher nicht möglich, Vermögenswerte direkt vor Ort zu buchen. Künftig sollen brasilianische Kunden von anderen Standorten aus betreut werden.

Die Entscheidung zum Verkauf wurde nach einer zwölfmonatigen Überprüfung des Brasiliengeschäfts getroffen. Carlos Recoder, Leiter des Amerika- und Iberien-Geschäfts bei Julius Bär, erklärte, dass ein Verkauf an BTG Pactual die beste Lösung darstelle. Es seien Investitionen in die Modernisierung der IT-Infrastruktur und den Ausbau der Anlagestrategien notwendig gewesen, was offenbar zur Entscheidung für den Verkauf beigetragen habe.

Das Unternehmen plant, seine Kunden weiterhin aus anderen Ländern der Region Americas & Iberia zu betreuen, in der es Standorte in Mexiko, Chile, Uruguay, Kolumbien und Spanien unterhält. Laut einem Analysten der Zürcher Kantonalbank deutet der Verkauf darauf hin, dass Julius Bär verstärkt auf Profitabilität setzt. Mit der Betreuung des brasilianischen Marktes von Offshore-Standorten aus geht die Bank einen strategisch ungewöhnlichen Weg.

Die Übernahme war Teil eines Bieterwettbewerbs, an dem mehrere Finanzinstitute beteiligt waren. Neben BTG Pactual hatten auch XP Investimentos, Santander und Safra Angebote vorgelegt. Insiderberichten zufolge hatten XP und BTG die attraktivsten Vorschläge unterbreitet. Allerdings bewertete Julius Bär das Geschäft zunächst höher als den nun erzielten Kaufpreis. Die Investmentbank Goldman Sachs war mit der Organisation des Verkaufs beauftragt.

Mit der neuen Ausrichtung und dem baldigen Amtsantritt des neuen Konzernchefs Stefan Bollinger am Donnerstag signalisiert Julius Bär eine strategische Neuausrichtung in der Region.

Julius BaerBrasilienBankensektor

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