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JPMorgan warnt: Strategys Bitcoin-Handelsstrategie gefährdet Kryptomärkte

JPMorgan-Analyst Panigirtzoglou sieht durch Strategys neues Bitcoin-Monetarisierungsprogramm erhöhte Unsicherheit und zweiseitiges Flussrisiko.

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JPMorgan warnt: Strategys Bitcoin-Handelsstrategie gefährdet Kryptomärkte

JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou hat am Donnerstag vor den Risiken gewarnt, die die neue Bitcoin-Handelsstrategie von Strategy (ehemals MicroStrategy) für die breiteren Kryptowährungsmärkte mit sich bringt. Die neue Richtlinie ermöglicht es dem Unternehmen, Bitcoin zu verkaufen, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden – eine deutliche Abkehr vom bisherigen „Buy-and-Hold"-Ansatz.

Laut Panigirtzoglou schaffe die neue Strategie ein sogenanntes zweiseitiges Flussrisiko für Bitcoin und erhöhe damit die Unsicherheit an den Kryptomärkten erheblich. Bislang galt Strategy als verlässlicher und einseitiger Käufer von Bitcoin, was dem Markt eine gewisse Stabilität verlieh. Diese Gewissheit ist nun nicht mehr gegeben.

Der Analyst betonte, dass eine höhere Deckung von 24 bis 36 Monaten notwendig wäre, um Investoren zu beruhigen, dass Strategy in naher Zukunft keine Bitcoin verkaufen müsse. Die aktuellen Dollar-Reserven des Unternehmens in Höhe von 2,55 Milliarden US-Dollar decken laut eigenen Angaben etwa 17 Monate an Dividendenzahlungen ab – ein Wert, der nach Einschätzung von JPMorgan nicht ausreicht, um Marktbedenken zu zerstreuen.

Strategys neues „Digital Credit Capital Framework"

Anfang dieser Woche hatte Strategy ein sogenanntes „Digital Credit Capital Framework" angekündigt und ein Bitcoin-Monetarisierungsprogramm im Wert von 1,25 Milliarden US-Dollar autorisiert. Gleichzeitig genehmigte das Unternehmen Rückkäufe von Vorzugsaktien und Stammaktien zur Optimierung der Kapitalstruktur. Als Mindestziel für Dollar-Reserven wurden 12 Monate für Vorzugsdividenden und Zinsaufwendungen festgelegt.

Die Dimension von Strategys Rolle am Bitcoin-Markt verdeutlicht, warum JPMorgan die Entwicklung so kritisch bewertet: Die Bitcoin-Käufe des Unternehmens in Höhe von 13,7 Milliarden US-Dollar seit Jahresbeginn entsprachen nach JPMorgan-Schätzungen rund 70 Prozent des gesamten digitalen Asset-Flows. Zudem hält Strategy aktuell 4 Prozent des gesamten weltweiten Bitcoin-Angebots – eine Position, die das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Einzelakteure am Markt macht.

Panigirtzoglou räumte ein, dass die Flexibilität, Bitcoin für Dividendenzahlungen zu verkaufen, bei den meisten Unternehmen normalerweise als konstruktiv angesehen würde. Die besondere Stellung von Strategy als dominanter Bitcoin-Käufer und -Halter kehre diese Logik jedoch um: Potenzielle Verkäufe brächten Unsicherheiten mit sich, die die Unternehmensbewertung beeinflussen und die Kosten für die Ausgabe von Eigen- und Fremdkapital für zukünftige Bitcoin-Käufe erhöhen könnten.

Erste Auswirkungen bereits sichtbar

Die Marktreaktion auf die neue Strategie ließ nicht lange auf sich warten. Die Bitcoin-Preise gaben Ende Mai und Anfang Juni nach, nachdem Strategy in einer Mitteilung vom 1. Juni offengelegt hatte, zwischen dem 26. und 31. Mai insgesamt 32 Bitcoin verkauft zu haben. Der Grund: die Finanzierung von Dividendenausschüttungen an Vorzugsaktionäre.

Für deutsche Privatanleger, die in Bitcoin oder kryptobezogene Aktien investiert sind, unterstreicht die JPMorgan-Analyse ein wichtiges Risiko: Wenn ein einzelner Marktakteur eine derart dominante Position einnimmt, können dessen unternehmensinterne Entscheidungen weitreichende Folgen für den gesamten Markt haben. Die Entwicklung bei Strategy zeigt exemplarisch, wie eng institutionelle Kryptostrategien und Marktvolatilität miteinander verknüpft sein können.

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