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JPMorgan warnt: New York City droht Kreditwürdigkeits-Herabstufung

Fehlende Steuererhöhungen aus Albany verschärfen die Haushaltslage New Yorks und erhöhen das Risiko einer Bonitätsabstufung erheblich.

JPMorgan warnt: New York City droht Kreditwürdigkeits-Herabstufung

New York City steht vor einem wachsenden Risiko einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Zu diesem Schluss kommen Strategen von JPMorgan Chase & Co. in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Hintergrund ist die zunehmend angespannte Haushaltslage der größten Stadt der USA.

Die Einnahmeoptionen der Stadt sind laut JPMorgan stark begrenzt. Der Bundesstaat New York hat sich zurückhaltend gegenüber umfassenden Erhöhungen der Einkommens- und Körperschaftssteuer gezeigt, die zur Schließung der erwarteten Haushaltsdefizite beitragen würden. Damit fehlt der Stadt ein zentrales Instrument zur Haushaltssanierung.

„Wir glauben, dass das Risiko einer Herabstufung, das bereits erhöht war, weiter gestiegen ist, da Albany wahrscheinlich keine bedeutenden neuen Einnahmequellen genehmigen wird", schrieben die JPMorgan-Strategen unter der Leitung von Peter DeGroot. Albany ist der Regierungssitz des Bundesstaates New York und steht hier stellvertretend für die Landesregierung.

Milliardenschweres Haushaltsdefizit als Kernproblem

Im Zentrum der Krise steht ein zweijähriges Haushaltsdefizit von rund 5,4 Milliarden US-Dollar. Diese Lücke ist erheblich und stellt die Stadtregierung vor die Frage, wie sie ihre Ausgaben finanzieren soll, ohne auf zusätzliche Einnahmen aus dem Bundesstaat zurückgreifen zu können.

Die Ratingagenturen haben bereits reagiert. Sowohl Moody's Ratings als auch Fitch Ratings haben ihren Ausblick für New York City auf „negativ" angepasst. Ein negativer Ausblick gilt in der Finanzwelt als Vorstufe zu einer möglichen Herabstufung des eigentlichen Ratings und signalisiert, dass die Agenturen die Lage kritisch beobachten.

Aktuelle Bonitätsnoten noch auf hohem Niveau

Derzeit verfügt New York City noch über solide Kreditratings. Moody's bewertet die Stadt mit „Aa2", der dritthöchsten Stufe im Investment-Grade-Bereich. S&P Global Ratings und Fitch vergeben ein gleichwertiges „AA"-Rating. Diese Noten ermöglichen es der Stadt, sich zu vergleichsweise günstigen Konditionen an den Kapitalmärkten zu finanzieren.

Für Anleger, die in Kommunalanleihen aus New York City investiert sind, sind die Entwicklungen besonders relevant. Eine Herabstufung würde in der Regel zu steigenden Renditeaufschlägen und damit sinkenden Kursen bestehender Anleihen führen. Institutionelle Investoren mit strikten Bonitätsvorgaben könnten zudem gezwungen sein, ihre Positionen zu reduzieren.

Die Situation verdeutlicht, wie stark amerikanische Großstädte von der Haushaltspolitik der jeweiligen Bundesstaaten abhängig sind. Ohne die Genehmigung neuer Einnahmequellen durch Albany bleibt New York City in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt – mit potenziell spürbaren Folgen für die Bonität und die Finanzierungskosten der Stadt.

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