ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

JPMorgan: US-Finanzministerium verzögert Anpassung der Anleihe-Emissionsprognosen

JPMorgan erwartet, dass das US-Finanzministerium Änderungen an Staatsanleihen-Prognosen vor den Zwischenwahlen bewusst hinauszögert.

JPMorgan: US-Finanzministerium verzögert Anpassung der Anleihe-Emissionsprognosen

Das US-Finanzministerium wird voraussichtlich keine Änderungen an seinen Emissionsprognosen für Staatsanleihen vornehmen – zumindest nicht vor den Zwischenwahlen im November. Das geht aus einem aktuellen Bericht von Strategen der US-Großbank JPMorgan Chase & Co. hervor. Die Analysten sehen das Risiko, dass eine frühzeitige Anpassung die Anleihemärkte unnötig aufwühlen könnte.

JPMorgan prognostiziert für die kommenden vier Geschäftsjahre eine Finanzierungslücke von 3,7 Billionen US-Dollar. Diese gewaltige Summe verdeutlicht, vor welchen strukturellen Herausforderungen die US-Haushaltspolitik steht. Das Finanzministerium muss diese Lücke über den Verkauf von Staatsanleihen am Kapitalmarkt schließen.

Empfehlung: Formulierung der Prognosen anpassen

Die Strategen unter der Leitung von Jay Barry empfehlen den Beamten des Finanzministeriums, ihre Formulierung der Emissionsprognosen zu überarbeiten. Konkret raten sie dazu, den Zusatz „mindestens" aus der aktuellen Formulierung zu streichen. Bislang heißt es, das Auktionsvolumen solle voraussichtlich für „mindestens die nächsten Quartale" stabil bleiben – eine Formulierung, die Spielraum für Erhöhungen lässt und Marktteilnehmer verunsichern kann.

Laut JPMorgan würde eine solche sprachliche Anpassung ein umsichtigeres Schuldenmanagement signalisieren. Gleichzeitig warnen die Strategen ausdrücklich davor, diese Änderung bereits in der kommenden Woche vorzunehmen. Eine überstürzte Anpassung könnte die Anleihemärkte kurz vor den Zwischenwahlen im November destabilisieren und die langfristigen Kreditkosten weiter in die Höhe treiben.

Kreditkosten nahe Höchststand seit Trumps Amtsantritt

Die langfristigen Kreditkosten in den USA befinden sich bereits nahe ihrem höchsten Stand seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump. Das macht das Timing einer solchen Ankündigung besonders heikel. Finanzminister Scott Bessent hatte die Emissionspläne des Ministeriums zuvor explizit mit dem Renditeniveau am Anleihemarkt in Verbindung gebracht – ein klares Signal, dass die Regierung die Marktreaktionen genau im Blick behält.

Die vierteljährliche Refinanzierungsankündigung für November ist für einen Tag nach den Zwischenwahlen angesetzt. Dieser Zeitplan ist aus Sicht von JPMorgan kein Zufall. Das Analystenteam geht davon aus, dass dieser Terminplan in Kombination mit den aktuellen politischen Rahmenbedingungen mögliche Änderungen der Prognosen sogar bis ins Jahr 2027 verzögern könnte.

Politischer Druck durch steigende Benzinpreise

Zusätzlichen politischen Druck erzeugen steigende Benzinpreise, die auf den Iran-Krieg zurückzuführen sind. Diese Preisentwicklung hat in den vergangenen Monaten zu sinkenden Zustimmungswerten für die Trump-Regierung beigetragen. In diesem angespannten politischen Umfeld dürfte die Regierung besonders darauf bedacht sein, keine zusätzliche Unruhe an den Finanzmärkten zu provozieren.

Für deutsche Anleger und Investoren, die in US-Staatsanleihen oder Dollar-Anlagen engagiert sind, ist die Entwicklung am US-Anleihemarkt von unmittelbarer Relevanz. Steigende US-Renditen beeinflussen die globalen Kapitalflüsse und können Druck auf andere Anleihemärkte – einschließlich europäischer Staatsanleihen – ausüben.

JpmorganUs-FinanzministeriumStaatsanleihenEmissionsprognosenZwischenwahlenAnleiherenditenRefinanzierungsankündigung

Disclaimer