JPMorgan-Umfrage: Anleger in US-Staatsanleihen werden optimistischer
Laut der wöchentlichen JPMorgan-Kundenumfrage stieg der Anteil der Long-Positionen in Treasury-Notes auf 20 Prozent.

Die Stimmung unter Anlegern in US-Staatsanleihen hat sich laut der aktuellen wöchentlichen Kundenumfrage von JPMorgan leicht verbessert. Der Nettoprozentsatz aller Anleger, die Long-Positionen in sogenannten Treasury-Notes halten, stieg in dieser Woche von 18 auf 20 Prozent. Treasury-Notes sind mittelfristige US-Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren und gelten als wichtiger Gradmesser für die Risikobereitschaft institutioneller Investoren.
Von allen befragten Kunden erwarten 31 Prozent steigende Kurse bei Treasury-Notes. Gleichzeitig rechnen 58 Prozent mit keiner Veränderung, während lediglich 11 Prozent einen Kursrückgang prognostizieren. Diese Verteilung zeigt eine insgesamt vorsichtig optimistische Grundhaltung am Anleihemarkt.
Aktive Kunden mit abweichender Positionierung
Ein differenzierteres Bild ergibt sich beim Blick auf die aktiven Kunden, die ihre Portfolios regelmäßig umschichten. Hier erwarten zwar 44 Prozent Kurssteigerungen, doch gleichzeitig rechnen 33 Prozent mit Rückgängen – ein deutlich gespaltenes Bild im Vergleich zur Gesamtheit der Befragten. Die Netto-Long-Position unter den aktiven Kunden sank in dieser Woche auf 11 Prozent, nach noch 22 Prozent in der Vorwoche. Dieser Rückgang deutet darauf hin, dass aktiv handelnde Investoren ihre Positionen zuletzt zurückgefahren haben.
Der Umfrageindex, der das Verhältnis von Short- und Neutral-Positionen zu Long- und Neutral-Positionen abbildet, lag in der Woche des 8. Juni bei 0,78 – geringfügig unter dem Vorwochenwert von 0,79. Dieser Index dient als technisches Maß für die Gesamtpositionierung der Marktteilnehmer und gibt Aufschluss über die Stimmungslage am US-Anleihemarkt.
Vier-Wochen-Durchschnitt als Orientierungsgröße
Über einen längeren Betrachtungszeitraum zeigt sich ein stabiles Bild: Der Vier-Wochen-Durchschnitt der Netto-Long-Positionen über alle Kunden hinweg liegt bei 17 Prozent. Aktive Kunden weisen im gleichen Zeitraum einen etwas höheren Durchschnitt von 20 Prozent auf. Diese Werte legen nahe, dass die grundsätzliche Zuversicht gegenüber US-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen konstant geblieben ist.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger sind US-Staatsanleihen als Anlageklasse von besonderer Bedeutung, da sie als globale Benchmark für risikofreie Zinsen gelten und Wechselkursbewegungen zwischen Euro und US-Dollar die Rendite zusätzlich beeinflussen. Veränderungen in der Positionierung institutioneller Investoren können frühzeitig auf Verschiebungen im globalen Zinsumfeld hinweisen.
Die JPMorgan-Umfrage wird wöchentlich unter Kunden des US-Investmenthauses durchgeführt und gilt als viel beachteter Stimmungsindikator für den weltgrößten Anleihemarkt. Der Nettowert der Umfrage berechnet sich als Differenz zwischen dem Prozentsatz der Anleger, die steigende Kurse erwarten, und jenen, die mit fallenden Kursen rechnen.


