JPMorgan stuft Naturgy auf „Overweight" hoch und hebt Kursziel an
J.P. Morgan sieht zwei Katalysatoren für die spanische Energieaktie und erhöht das Kursziel auf €30,50.

J.P. Morgan hat die Einstufung für die Naturgy Energy Group SA (BME: NTGY) von „Neutral" auf „Overweight" angehoben und das Kursziel von €26,70 auf €30,50 erhöht. Als Begründung nennt die US-Investmentbank erwartete Gewinnstützung sowie strukturelle Veränderungen im Aktionärskreis, die einen bestehenden Aktienüberhang beseitigen könnten. Das neue Kursziel gilt für Dezember 2027 und liegt damit deutlich über dem letzten Schlusskurs von €26,58 vom 13. April.
Die Bank identifiziert „zwei Katalysatoren für die Aktie in den nächsten 18 Monaten". Zum einen schafft das neue Rohstoffpreisumfeld laut J.P. Morgan „Aufwärtspotenzial für die Gewinnschätzungen in den Bereichen Stromerzeugung und Energiemanagement". Zum anderen könnten regulatorische Entwicklungen positiv wirken – darunter die Aussetzung der spanischen Erzeugungssteuer von 7 Prozent sowie ein günstiges Ergebnis bei der Gasregulierung.
Angehobene Gewinnschätzungen über Konsens
J.P. Morgan hat seine Schätzungen für Naturgy leicht nach oben korrigiert. Das bereinigte Ergebnis je Aktie für 2026 wurde von €2,03 auf €2,05 angehoben, das EBITDA von €5,36 Milliarden auf €5,42 Milliarden Euro. Damit liegt die Prognose für das Ergebnis je Aktie 2026 um 2,5 Prozent über dem Bloomberg-Konsens. Für 2026 erwartet die Bank einen Umsatz von €19,31 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Nettoergebnis von €1,99 Milliarden Euro.
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wird für 2026 auf €4,03 Milliarden Euro geschätzt, der freie Cashflow auf €978 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung wird auf €13,4 Milliarden Euro oder das 2,5-fache des EBITDA prognostiziert. Ein Abfluss aus dem Working Capital von €900 Millionen Euro ist dabei bereits eingerechnet.
Aktionärsstruktur als entscheidender Faktor
Ein zentrales Argument der Hochstufung ist die sich wandelnde Aktionärsstruktur. Nachdem BlackRock im März seinen verbleibenden Anteil von 11,4 Prozent platziert hatte, hält CVC weiterhin 13,8 Prozent an Naturgy. J.P. Morgan sieht in weiteren möglichen Anteilsverkäufen die Chance, „einen großen Aktienüberhang zu beenden" und einen anderen Ansatz bei der Kapitalallokation zu ermöglichen. Aus diesem Grund strich die Bank auch einen bisher angesetzten Liquiditätsabschlag von 10 Prozent aus ihrer Bewertung.
Die Veränderungen im Aktionärskreis könnten laut J.P. Morgan zudem den Weg für Akquisitionen freimachen. Die Bank schätzt, dass Naturgy Zukäufe im Wert von rund €7 Milliarden Euro zu einem EV/EBITDA-Multiple von etwa 10x tätigen könnte – und dabei gleichzeitig einen Puffer von 300 bis 350 Basispunkten beim Verhältnis von Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zur Nettoverschuldung aufrechterhalten würde, um das BBB-Rating zu sichern. Dies könnte zu einer Steigerung des Gewinns je Aktie von bis zu 5,6 Prozent führen. In den Basisszenarien des Berichts sind Fusionen und Übernahmen jedoch noch nicht enthalten.
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Zur AktienanalyseAusblick auf 2026 und 2027
Für das Jahr 2026 erwartet J.P. Morgan eine Gewinnstützung durch höhere Wasserkraftproduktion und den vorübergehenden Wegfall der Erzeugungssteuer. Aufgrund der vollständigen Absicherung der aus den USA stammenden Mengen wird hingegen kein zusätzlicher Vorteil aus höheren Gaspreisen angenommen. Für 2027 geht das Brokerhaus lediglich von einer geringen Margenausweitung aus und rechnet mit einer Reduzierung der langfristigen LNG-Mengen um rund 35 TWh – was den Wegfall der Yamal-LNG-Mengen widerspiegelt.
Insgesamt sieht J.P. Morgan die jüngsten Entwicklungen bei Naturgy als möglichen Wendepunkt. Die Kombination aus regulatorischen Rückenwind, verbesserter Aktionärsstruktur und solidem Gewinnpotenzial macht die spanische Energiegruppe nach Einschätzung der Bank zu einem attraktiven Investment mit klarem Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau.


