JPMorgan stuft MGM Resorts hoch – Las Vegas Tourismus bleibt robust
JPMorgan hebt MGM Resorts auf „Overweight" und sieht 10% Aufwärtspotenzial dank stabiler Touristenzahlen am Las Vegas Strip.

JPMorgan hat MGM Resorts International am Mittwoch von „Neutral" auf „Overweight" hochgestuft und das 12-Monats-Kursziel von 41 auf 46 US-Dollar angehoben. Das neue Kursziel impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 10% gegenüber dem letzten Schlusskurs. Der Markt reagierte prompt: Die MGM-Aktie legte am selben Tag um 9% zu und verzeichnet damit über die vergangenen zwölf Monate einen Kursanstieg von insgesamt 31%.
Analyst Daniel Politzer begründete die Hochstufung in einem 33-seitigen Kundenbericht mit einer wachsenden Überzeugung, dass die EBITDAR-Schätzungen für MGM am Las Vegas Strip ihren Tiefpunkt erreicht haben. „Unsere positivere Einschätzung zu MGM spiegelt die wachsende Überzeugung wider, dass sich das Wachstum in den kommenden Monaten aufgrund leichterer Vorjahresvergleiche und vor dem Hintergrund eines widerstandsfähigen US-Freizeitreisenden verbessern sollte", schrieb Politzer. Das EBITDAR ist eine Kennzahl, die das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen sowie Miet- und Leasingkosten misst – ein zentraler Maßstab in der Casinobranche.
Tourismus in Las Vegas trotz Unsicherheiten stabil
Die Neubewertung erfolgt in einem Umfeld, das von gewissen Risiken geprägt ist. Bedenken, dass höhere Treibstoffpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg das Reisen einschränken könnten, haben sich bislang nicht materialisiert. Bis Ende April 2026 begrüßte Las Vegas rund 9,7 Millionen Touristen – ein Wert, der laut der Las Vegas Convention and Visitors Authority in etwa den Trends des Vorjahres entspricht.
JPMorgan führt die Stabilität des Touristenstroms auf zwei Faktoren zurück: wertorientierte Werbeaktionen in den Casino-Hotels am Strip sowie einen hohen Anteil an Besuchern, die mit dem Auto anreisen. Letzteres macht die Destination weniger abhängig von Flugpreisen und Treibstoffkosten. Politzer brachte es auf den Punkt: „Es mangelt nicht an günstigen Glücksspielaktien, aber MGM ist eine der wenigen, bei denen die Schätzungen vor einer Aufwärtskorrektur stehen."
MGM Resorts betreibt laut eigener Website 12 Hotels am Las Vegas Strip, darunter bekannte Häuser wie das Aria, das Bellagio und das MGM Grand. Das Unternehmen zählt damit zu den größten Einzelbetreibern in der Glücksspielmetropole und profitiert überproportional von einer positiven Entwicklung der Besucherzahlen.
Hard Rock Las Vegas als möglicher Katalysator
In einer separaten Mitteilung vom 27. Mai beleuchtete Politzer auch die bevorstehende Eröffnung des Hard Rock Las Vegas Ende 2027. Historisch gesehen habe neues Angebot am Strip bestehende Immobilien kaum belastet – im Gegenteil. Eine JPMorgan-Analyse von 20 Resort- und Casino-Eröffnungen in Las Vegas ergab folgende Durchschnittswerte nach einer bedeutenden Neueröffnung:
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Zur Aktienanalyse- Marktweite Besucherzahlen stiegen im Jahresvergleich um durchschnittlich 6%
- Zimmerumsätze der Branche wuchsen um durchschnittlich 11%
- Bruttospielerträge legten um durchschnittlich 8% zu
„Die Fähigkeit des Strips, zusätzliches Angebot zu absorbieren, hängt von mehreren Faktoren ab, aber historisch gesehen war der Einfluss auf bestehende Immobilien neutral bis leicht positiv", so Politzer.
Gegen den Wall-Street-Konsens
Die Empfehlung von JPMorgan steht im Widerspruch zur vorherrschenden Meinung an der Wall Street. Von 27 Analysten, die MGM Resorts beobachten, bewerten 12 die Aktie mit maximal „Hold", während drei sogar eine Verkaufsempfehlung aussprechen. JPMorgan positioniert sich damit als klarer Außenseiter mit einer deutlich optimistischeren Sichtweise auf den Casinobetreiber. Für deutsche Anleger, die Zugang zu US-Aktien suchen, bleibt MGM Resorts damit eine interessante, wenn auch nicht unumstrittene Wette auf die anhaltende Stärke des amerikanischen Freizeitreisemarkts.


