JPMorgan plant neuen Index für Frontier-Markets-Anleihen in Lokalwährungen
Wall-Street-Bank könnte bereits im Juni Details vorlegen – Index umfasst bis zu 25 Schwellenländer

Die US-Investmentbank JPMorgan steht nach Informationen von Reuters kurz vor der Einführung eines neuen Index für Lokalwährungsanleihen aus Frontier Markets. Nach Angaben von sechs führenden Vermögensverwaltern befinden sich die Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium. Der geplante Index könnte bereits 2026 offiziell starten.
Der Schritt erfolgt 15 Jahre nach der Einführung des NEXGEM-Hartwährungs-Frontier-Index und fällt mit einer einjährigen Dollar-Schwäche zusammen. Besonders Märkte wie Argentinien, Ecuador und Uganda verzeichneten zuletzt außergewöhnliche Rallyes. JPMorgan lehnte eine Stellungnahme zu den Plänen ab.
Ägypten und Vietnam mit höchster Gewichtung
Der vorgeschlagene Index soll 20 bis 25 Länder umfassen. Zu den größten Positionen gehören laut drei Quellen Ägypten, Vietnam, Kenia, Marokko, Kasachstan, Pakistan, Nigeria, Sri Lanka und Bangladesch. Eine Obergrenze soll sicherstellen, dass kein Land mehr als 8 bis 10 Prozent Gewichtung erhält.
Aufgenommen werden sollen nur Anleihen im Wert von mindestens 250 Millionen US-Dollar. Diese Schwelle führte zu Diskussionen über die Aufnahme Sambias, das traditionell nur kleinere Einzelanleihen verkauft hatte. Eine kürzlich begebene größere Anleihe könnte nun die Tür für eine Aufnahme öffnen.
"Wir erwarten, dass JPMorgan uns um den Juni herum eine formelle Struktur für den Index vorlegen wird", sagte ein leitender Fondsmanager gegenüber Reuters. "Der Index könnte dann voraussichtlich nächstes Jahr offiziell aufgelegt werden." Ein anderer Manager hält eine erste Ankündigung bereits Ende März für möglich.
Markt für Lokalwährungsanleihen verdreifacht
Die Bedeutung des neuen Index liegt in der wachsenden Größe des Marktes. Eine Analyse von Neuberger Berman schätzt, dass sich handelbare Lokalwährungsanleihen in den letzten zehn Jahren auf rund eine Billion US-Dollar verdreifacht haben. Zudem übertrafen Lokalwährungsanleihen der Frontier Markets in den vergangenen acht Jahren den gängigen Schwellenländer-Lokalwährungsindex von JPMorgan um fast 2,5 Prozentpunkte.
"Wir sehen dies als Bestätigung dafür, dass das Wachstum und die allgemeine Wirtschaftsleistung der Frontier Markets systematisch unterbewertet wurden", sagte Rob Drijkoningen von Neuberger Berman. Nach Angaben der Weltbank beherbergen diese Volkswirtschaften ein Fünftel der Weltbevölkerung, machen aber nur 3,1 Prozent der globalen Kapitalströme aus.
Wachsende strategische Bedeutung
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Zur AktienanalyseIn den nächsten 25 Jahren wird erwartet, dass die Bevölkerung der Frontier Markets um weitere 800 Millionen Menschen zunimmt – mehr als im Rest der Welt zusammen. Dies unterstreicht ihre wachsende Bedeutung für das globale Wirtschaftswachstum.
Analysten erwarten, dass der neue Index zur Expansion der Lokalwährungsanleihenmärkte beitragen wird. Dies wird von Weltbank und IWF seit langem als Mittel befürwortet, um Schuldenkrisen zu reduzieren, die entstehen, wenn Währungseinbrüche Regierungen an der Bedienung von Hartwährungsschulden hindern.
JPMorgan schätzte im September, dass der Index eine zusätzliche Rendite von etwa 400 Basispunkten gegenüber dem GBI-EM aufweisen wird. Über 60 Prozent der Indexbestandteile sollen eine Rendite von mehr als 10 Prozent erzielen. FTSE Russell verfügt bereits seit 2021 über einen vergleichbaren Index, doch die Indizes von JPMorgan gelten bei Vermögensverwaltern als Benchmark-Standard.


