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JPMorgan: Kursrücksetzer bei Halbleiteraktien als Kaufgelegenheit nutzen

Stratege Mislav Matejka empfiehlt, Schwächephasen bei Chip-Aktien gezielt für Zukäufe zu nutzen.

JPMorgan: Kursrücksetzer bei Halbleiteraktien als Kaufgelegenheit nutzen

JPMorgan-Stratege Mislav Matejka sieht die jüngste Schwäche bei Halbleiteraktien als attraktive Einstiegsgelegenheit. In einer Notiz an Kunden vom Montag erklärte er, dass Anleger Kursrücksetzer im Chip-Sektor gezielt für Zukäufe nutzen sollten. Damit sendet eine der einflussreichsten Investmentbanken der Welt ein klares Signal an Investoren, die angesichts der zuletzt volatilen Märkte verunsichert sind.

„Die Risiken eines erneuten Aufflammens bleiben bestehen, aber wir glauben, dass man Kursrücksetzer aufgrund negativer geopolitischer Schlagzeilen weiterhin für Zukäufe nutzen sollte", schrieb Matejka wörtlich in seiner Einschätzung. Der Stratege erkennt also durchaus die vorhandenen Risiken an, bewertet die langfristige Perspektive für den Sektor jedoch positiv. Geopolitische Unsicherheiten – etwa rund um Exportbeschränkungen oder Handelskonflikte im Technologiebereich – sieht er demnach eher als temporäre Belastungsfaktoren denn als strukturelle Bedrohung.

Halbleiter vor Hyperscalern: JPMorgans Rangfolge im Tech-Sektor

Besonders aufschlussreich ist die interne Priorisierung, die Matejka für den Technologiesektor kommuniziert. Die Rangfolge des Hauses bei der Positionierung lautet demnach: „Halbleiter vor Hyperscalern vor ‚AI'". Damit stehen klassische Chip-Hersteller und Halbleiterunternehmen an der Spitze der Präferenzliste – noch vor den großen Cloud- und KI-Plattformbetreibern, den sogenannten Hyperscalern.

Diese Einschätzung ist für deutsche Privatanleger besonders relevant, da der globale Halbleitersektor auch hierzulande stark beobachtet wird. Unternehmen aus diesem Bereich sind in vielen internationalen Indizes und ETFs stark gewichtet und spielen eine zentrale Rolle in Technologie-Portfolios.

Ausweitung der Marktbreite in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet

Matejka blickt auch auf das größere Marktbild. Er erwartet, dass sich die Marktbreite – also die Anzahl der Aktien, die an einer Aufwärtsbewegung teilnehmen – in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausweiten dürfte. Voraussetzung dafür sei, dass die derzeit vorherrschenden Stagflationssorgen nachlassen. Stagflation bezeichnet eine wirtschaftliche Situation, in der gleichzeitig schwaches Wachstum und hohe Inflation auftreten – ein Szenario, das Notenbanken und Investoren gleichermaßen vor große Herausforderungen stellt.

Sollte dieses Szenario tatsächlich eintreten und die Stagflationsrisiken abnehmen, könnten also nicht nur Halbleiteraktien, sondern der Markt insgesamt von einer breiteren Erholung profitieren. Matejkas Einschätzung legt nahe, dass der Technologiesektor – und insbesondere Chip-Werte – dabei eine Vorreiterrolle einnehmen könnten.

Für Anleger bedeutet die Analyse von JPMorgan: Kurzfristige Rücksetzer, ausgelöst durch geopolitische Nachrichten oder makroökonomische Unsicherheiten, sollten nicht als Warnsignal, sondern als potenzielle Einstiegschance gewertet werden. Die strategische Ausrichtung der Bank bleibt dabei klar auf den Halbleitersektor fokussiert.

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