JPMorgan-Banker verliert Anwalt kurz vor erstem Gerichtstermin
Im Rechtsstreit um sexuelle Belästigung bei JPMorgan Chase legt der Anwalt des Klägers überraschend sein Mandat nieder.

Der Anwalt des ehemaligen JPMorgan-Chase-Investmentbankers Chirayu Rana hat kurz vor einer Gerichtsanhörung sein Mandat niedergelegt. Daniel J. Kaiser trat als Rechtsvertreter zurück, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Kaiser informierte den New York Supreme Court darüber, dass er Rana nicht mehr vertrete. Rana werde sich laut einem Gerichtsantrag vorübergehend selbst vertreten.
Rana hatte die Klage ursprünglich am 27. April unter dem Pseudonym „John Doe" eingereicht. Darin behauptet er, seine Kollegin Lorna Hajdini habe ihn über Monate hinweg sexuell belästigt und angegriffen. Der Fall richtet sich damit gegen eine Mitarbeiterin des US-amerikanischen Großbankenkonzerns JPMorgan Chase, einer der größten Banken der Welt.
Richter lehnt Aufschub ab
Trotz seines Rücktritts erschien Kaiser am Dienstag dennoch im Namen von Rana vor Gericht. Er beantragte einen Aufschub, damit sein ehemaliger Mandant ausreichend Zeit habe, einen neuen Anwalt zu finden. Die zuständige Richterin Dakota Ramseur lehnte diesen Antrag jedoch ab.
Kaiser war daraufhin verpflichtet, einen Verfahrensantrag zu verteidigen, den er zuvor in Ranas Namen eingereicht hatte. Dieser Antrag zielte darauf ab, Ranas Identität in der Klage anonym unter dem Pseudonym „John Doe" zu halten. Die Gegenseite widersprach diesem Anliegen entschieden.
Die Anwälte von JPMorgan und Hajdini argumentierten, Ranas Identität sei bereits hinlänglich bekannt. Rana und seine Vertreter hätten seinen Namen gegenüber mehreren Presseorganen offengelegt. „JPMorgan und seine Mitarbeiter werden öffentlich schrecklicher Verfehlungen beschuldigt", sagte Cardelle Spangler, eine Anwältin der Bank. „Sie sollten nicht die Einzigen sein, deren Namen in der Öffentlichkeit stehen."
Klage muss unter echtem Namen neu eingereicht werden
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Zur AktienanalyseRichterin Ramseur entschied schließlich, dass die Klage unter Ranas vollem Namen neu eingereicht werden müsse, da seine Identität nun weithin bekannt sei. Die Anonymisierung unter „John Doe" sei damit nicht länger gerechtfertigt. Gleichzeitig appellierte die Richterin an alle beteiligten Parteien, eine außergerichtliche Einigung anzustreben.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die rechtlichen und persönlichen Herausforderungen, die mit Klagen wegen sexueller Belästigung im Finanzsektor verbunden sind. Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Fall insofern relevant, als JPMorgan Chase zu den bedeutendsten globalen Finanzinstituten zählt und derartige Rechtsstreitigkeiten das Ansehen und die interne Unternehmenskultur großer Banken berühren. Kaiser reagierte auf Anfragen für eine Stellungnahme nicht.


