JPMorgan-Banker klagt wegen sexueller Übergriffe gegen Kollegin
Ein ehemaliger JPMorgan-Banker erschüttert mit einer Klage wegen sexueller Übergriffe die Wall Street – die Bank stellt sich hinter die Beschuldigte.

Chirayu Rana, ein 35-jähriger ehemaliger Banker von JPMorgan Chase, hat Klage gegen die Bank und eine ehemalige Kollegin eingereicht. Er wirft ihr ein Muster von sexuellen Übergriffen und Belästigung vor. Die Anschuldigungen sorgen für erhebliches Aufsehen in der Finanzwelt – insbesondere im Umfeld des Hauptsitzes an der Park Avenue 270 in New York.
Rana reichte die Klage etwa sechs Monate nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen ein. Die Details der Vorwürfe gelten unter seinen ehemaligen Kollegen als anzüglich und schockierend. Diese beschreiben Rana als sozial unbeholfen und gelegentlich schroff – ein typischer „Finanz-Bro", wie es in der Branche heißt.
Karriere im boomenden Private-Credit-Sektor
JPMorgan hatte Rana im Jahr 2024 eingestellt, um das Geschäft im stark wachsenden Private-Credit-Sektor auszubauen. Dieser Bereich der Unternehmensfinanzierung, bei dem Kredite nicht über Banken, sondern direkt über private Investoren vergeben werden, erlebt seit Jahren einen enormen Boom. Rana brachte dabei Erfahrung aus renommierten Häusern mit: Er hatte seine Karriere bei der Credit Suisse und Morgan Stanley begonnen.
In seiner Zeit bei JPMorgan zeigte Rana offenbar Wirkung. Er nahm die Arbeit in den New Yorker Büros zügig auf und sicherte der Bank neue Abschlüsse. Gegenüber Teammitgliedern konnte er kritisch auftreten, so berichten ehemalige Kollegen – doch beim Akquirieren von Neugeschäft war er effektiv.
Beschuldigte gilt als aufsteigender Star bei JPMorgan
Die Klage richtet sich unter anderem gegen Lorna Hajdini, die innerhalb von JPMorgan als aufstrebender Star gilt. Hajdinis Anwälte ließen die Vorwürfe über einen Sprecher der Bank kategorisch bestreiten. Sie erklärten, dass die beiden niemals eine sexuelle Beziehung unterhalten hätten.
JPMorgan selbst stellt sich klar hinter Hajdini. Ein Sprecher der Bank erklärte, man glaube nach einer internen Untersuchung nicht, dass Ranas Behauptungen „irgendeine Grundlage haben". Die Bank distanziert sich damit deutlich von den Anschuldigungen ihres ehemaligen Mitarbeiters.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseWall Street in Atem gehalten
Der Fall verdeutlicht einmal mehr, wie Klagen wegen sexueller Belästigung und Übergriffe auch in der Finanzbranche für erhebliche Unruhe sorgen können. Gerade in einem Umfeld wie der Wall Street, wo Reputation und Netzwerke entscheidend sind, haben solche Vorwürfe weitreichende Konsequenzen – unabhängig vom Ausgang rechtlicher Verfahren.
Ob Ranas Klage vor Gericht Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Die Bank hat ihre Position klar kommuniziert, und die Beschuldigte bestreitet alle Vorwürfe. Der Fall dürfte die Finanzwelt jedoch noch eine Weile beschäftigen.

