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JPMorgan: Anleger fliehen aus US-Aktien wegen Iran-Konflikt

Der Iran-Krieg treibt Kapitalströme um – Investoren meiden US-Aktien und setzen auf Energie und Agrarrohstoffe.

JPMorgan: Anleger fliehen aus US-Aktien wegen Iran-Konflikt

Die zweite Woche des Iran-Krieges hinterlässt deutliche Spuren in den globalen Kapitalströmen. Laut dem Delta One Desk von JPMorgan schichten Anleger massiv Kapital aus US-Aktien in entwickelte Auslandsmärkte um. Gleichzeitig sorgen Störungen in der Straße von Hormus für starke Zuflüsse in Energie- und Agrarrohstoffe.

Die ETF-Aktienflüsse zeigten in der vergangenen Woche mit minus 1,1 Standardabweichungen eine unterdurchschnittliche Aktivität. Festverzinsliche Wertpapiere hingegen zogen Kapital in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar an – ein Plus von 1,2 Standardabweichungen. Besonders auffällig: Agrarrohstoffe verzeichneten Rekordzuflüsse von 6,9 Standardabweichungen, der Energiesektor legte um 3,2 Standardabweichungen zu.

Massive Umschichtung von US-Aktien in internationale Märkte

Regional betrachtet flossen 10,3 Milliarden US-Dollar aus US-Aktien ab – das entspricht minus 1,7 Standardabweichungen. Entwickelte Märkte außerhalb der USA verzeichneten dagegen Zuflüsse von 15,4 Milliarden US-Dollar (plus 2,8 Standardabweichungen). Indien litt mit minus 3,7 Standardabweichungen unter besonders starken Abflüssen, Mexiko verzeichnete minus 1,7 Standardabweichungen. Südkorea konnte sich mit Zuflüssen von 0,7 Milliarden US-Dollar behaupten, wenngleich dies nur etwa der Hälfte der Rekordwerte der Vorwochen entspricht.

CTAs (Commodity Trading Advisors) reduzierten den Aktien-Leverage weiter spürbar. Asset Manager bauten Long-Positionen in Aktien-Futures ab, wobei S&P 500-Futures um 3,5 Standardabweichungen und Russell 2000-Futures um 2,1 Standardabweichungen verkauft wurden. Gleichzeitig kauften Asset Manager VIX-Futures mit 3,6 Standardabweichungen – ein klares Signal für steigende Absicherungsnachfrage.

BlackRock-Rebalancing verzerrt Sektordaten

Ein umfassendes Modell-Rebalancing von BlackRock verzerrte in der Berichtswoche die Flüsse in mehreren Kategorien erheblich. Dabei wurde Kapital aus US-Aktien, Schwellenländern und Gold in internationale Wachstumswerte entwickelter Märkte sowie Kommunalanleihen (Municipal Bonds) umgeschichtet. Der Industriesektor verzeichnete infolgedessen Abflüsse von 1,9 Milliarden US-Dollar (minus 3,6 Standardabweichungen).

Auf Sektorebene litten Kommunikationsdienstleistungen (minus 1,5 Standardabweichungen), Immobilien (minus 1,1 Standardabweichungen) und das Gesundheitswesen (minus 1,0 Standardabweichungen) unter Mittelabflüssen. Rohstoff-ETFs hingegen verbuchten in fast allen Kategorien Zuflüsse – mit Ausnahme von Edelmetallen. Gold-ETFs wie GLD, SLV und GLDM mussten Abflüsse hinnehmen, bedingt durch das BlackRock-Rebalancing und zusätzliche Verkäufe.

Nach der anhaltenden Kursschwäche sind CTAs in US-Aktien nun nahezu neutral bis leicht long positioniert. Managed Money kaufte derweil gezielt Öl und Agrarrohstoffe. Leveraged Funds reduzierten Short-Positionen in S&P 500-Futures, erhöhten jedoch Short-Positionen in VIX-Futures – ein gemischtes Bild für die kurzfristige Marktentwicklung.

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