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JP Morgan stuft Schwellenländer-Währungen herab

Die US-Investmentbank JP Morgan hat ihre Empfehlung für Schwellenländerwährungen von "Übergewichtung" auf "Marktgewichtung" reduziert. Nach einer starken einjährigen Rallye sehen die Strategen die kurzfristige Positionierung als überkauft an.

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JP Morgan stuft Schwellenländer-Währungen herab

JP Morgan hat am Montag einen wichtigen Strategiewechsel vollzogen und ihre Einschätzung für Schwellenländerwährungen (EM FX) von "Übergewichtung" auf "Marktgewichtung" herabgestuft. Die Analysten der US-Investmentbank begründen diesen Schritt mit einer deutlichen Überpositionierung nach einer starken Rallye im vergangenen Jahr.

Beeindruckende Performance im Rückblick

Die Zahlen sprechen für sich: Der MSCI-Index für Schwellenländerwährungen legte in den vergangenen zwölf Monaten um rund 7,5 Prozent zu. Noch beeindruckender entwickelten sich EM-Anleihen in lokaler Währung mit einer Rendite von fast 20 Prozent. Der MSCI EM Aktienindex schoss sogar um nahezu 40 Prozent nach oben. Diese starke Performance wurde durch einen Rückgang des US-Dollars um fast 10 Prozent zusätzlich befeuert.

Warnsignale bei der Positionierung

"Es gibt Zeiten, in denen das Risiko aufgrund von Überpositionierung kurzfristig reduziert werden sollte, und unserer Ansicht nach ist dies eine dieser Zeiten", erklärten die JP Morgan-Strategen in einer Kundenmitteilung. Der interne EM FX-Risikobereitschaftsindex der Bank sei durch erneute Zuflüsse seit Jahresbeginn in deutlich überkauftes Terrain gedrückt worden - weit über den Schwellenwert hinaus, der ein Verkaufssignal auslöst.

Südafrikanischer Rand unter Druck

Neben der allgemeinen Herabstufung von Schwellenländerwährungen reduzierte JP Morgan auch ihre Empfehlung für den südafrikanischen Rand von "Übergewichtung" auf "Marktgewichtung". Bereits in der vergangenen Woche hatte die Bank das Risiko in Mittel- und Osteuropa verringert und ihre Einschätzung zum mexikanischen Peso angepasst.

Geopolitische Risiken im Blick

Die Analysten verwiesen auf zahlreiche geopolitische Unsicherheiten, die den Markt belasten könnten. Dazu zählen Entwicklungen in Venezuela und Iran, Diskussionen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve, Urteile des Obersten Gerichtshofs der USA sowie neue Zolldrohungen im Zusammenhang mit Grönland. "Wir stellen oft fest, dass der Markt, sobald er bereits überpositioniert ist, nervös auf Nachrichten reagieren kann, die er sonst herunterspielen würde", warnten die Strategen.

Gewinnmitnahmen empfohlen

Die Empfehlung von JP Morgan lautet daher klar: Kurzfristig sollten Gewinne mitgenommen werden. Bei weltweit niedrigen Ausgangsniveaus der Volatilität und Risikoprämien könnte sich die Nervosität des Marktes in einem kurzfristigen Rücksetzer zeigen. Für deutsche Anleger, die in den vergangenen Monaten von der starken Performance der Schwellenländer-Assets profitiert haben, könnte dies ein Signal sein, ihre Portfolios neu zu bewerten.

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