Johnson & Johnson übertrifft Prognose trotz Trump-Deal
Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat seine Gewinnprognose für 2026 über den Erwartungen angesetzt – trotz Belastungen durch das Preisabkommen mit der Trump-Administration. Die Aktie gerät dennoch unter Druck.

Johnson & Johnson (J&J) hat am Mittwoch optimistische Prognosen für 2026 vorgelegt, die die Erwartungen der Wall Street übertreffen. Dies gelingt dem Pharma- und Medizintechnikkonzern trotz erheblicher finanzieller Belastungen durch das kürzlich mit der Trump-Administration geschlossene Arzneimittelpreisabkommen.
Hunderte Millionen Dollar Belastung eingeplant
Der US-Konzern rechnet für 2026 mit einem operativen Umsatz zwischen 99,5 und 100,5 Milliarden US-Dollar. Damit liegt J&J deutlich über der Analystenschätzung von 98,9 Milliarden Dollar. Beim Gewinn je Aktie peilt das Unternehmen 11,43 bis 11,63 Dollar an – auch hier über der Konsensschätzung von 11,45 Dollar.
Finanzvorstand Joseph Wolk bestätigte, dass das Trump-Deal den Konzern "Hunderte von Millionen US-Dollar" kosten wird. J&J gehört zu 16 großen Pharmaunternehmen, die sich zur Senkung der US-Arzneimittelpreise verpflichtet haben – im Gegenzug für Ausnahmen von den von Präsident Trump verhängten Zöllen. "Es ist ein Verdienst des Teams, dass wir die Erwartungen trotz dieser Auswirkungen übertreffen konnten", so Wolk.
Talkum-Rechtsstreit belastet Aktienkurs
Trotz der positiven Geschäftszahlen gaben die J&J-Aktien im vorbörslichen Handel um über 3 Prozent nach. Grund ist eine Entwicklung im langjährigen Rechtsstreit um die Talkumprodukte des Konzerns: Ein gerichtlich bestellter Sonderbeauftragter empfahl, Sachverständigengutachten zuzulassen, die einen Zusammenhang zwischen den Produkten und Eierstockkrebs herstellen.
"Die Bedenken hinsichtlich der Talkum-Klagen könnten die Aktie kurzfristig belasten", kommentierte Shagun Singh, Analyst bei RBC Capital Markets. J&J betont seit Jahren, dass seine Produkte sicher seien und keinen Krebs verursachten. Analysten von J.P. Morgan sehen die "J&J-Story" jedoch über die Rechtsstreitigkeiten hinaus entwickeln.
Starkes viertes Quartal dank Medikamenten-Portfolio
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Zur AktienanalyseDas vierte Quartal 2025 schloss J&J mit einem Gewinn über den Erwartungen ab. Haupttreiber waren die Blutkrebstherapie Darzalex, das Psoriasis-Medikament Tremfya sowie das robuste Geschäft mit Medizinprodukten. Das Unternehmen bezeichnete 2025 als "Katapultjahr", getragen durch das stärkste Produktportfolio der Unternehmensgeschichte.
Die J&J-Aktie hatte im Gesamtjahr 2025 rund 43 Prozent zugelegt und gehörte damit zu den Top-Performern im Gesundheitssektor. Anleger beobachten nun, wie sich die Belastungen aus dem Preisabkommen und die Entwicklungen im Talkum-Rechtsstreit auf die weitere Kursentwicklung auswirken werden.


