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Johnson & Johnson: Medizintechnik schwächelt, Pharma rettet Quartalsergebnis

Enttäuschende Medizintechnikzahlen drücken die J&J-Aktie vorbörslich um 2%, trotz starker Pharmaverkäufe.

Johnson & Johnson: Medizintechnik schwächelt, Pharma rettet Quartalsergebnis

Johnson & Johnson hat im zweiten Quartal ein gemischtes Bild abgeliefert. Während die Pharmasparte mit starken Verkäufen von Tremfya und Darzalex die Erwartungen der Wall Street übertraf, blieb die Medizintechniksparte hinter den Prognosen zurück. Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Minus von rund 2%.

Besonders auffällig war die Schwäche im Bereich der Herzpumpen. Die US-Nachfrage nach den Impella-Herzpumpen sank im zweiten Quartal um 2% – ein deutlicher Rückschlag nach einem Wachstum von 14% im ersten Quartal. Die Impella-Pumpen stammen aus der Übernahme des Unternehmens Abiomed, die Johnson & Johnson im Jahr 2022 für 16,6 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hatte.

Britische Studie belastet Abiomed-Geschäft

Finanzvorstand Joseph Wolk erklärte in einem Interview, dass der Umsatzrückgang bei Abiomed auf die Veröffentlichung einer britischen Studie zurückzuführen sei. Diese Studie warf Fragen zum Einsatz der Impella-Pumpen bei bestimmten risikoreichen Koronareingriffen auf und verunsicherte offenbar Ärzte und Kliniken in den USA.

Wolk zeigte sich jedoch zuversichtlich, was die weitere Entwicklung angeht. Er erwartet eine Rückkehr zum Wachstum in diesem Bereich. Als Unterstützung sollen zusätzliche Daten dienen, die in der ersten Hälfte des kommenden Jahres erwartet werden und die Effizienz der Impella-Pumpen weiter belegen sollen.

Pharmasparte als Stütze des Konzerns

Auf der positiven Seite stach die Pharmasparte des US-Konzerns hervor. Das Immunologiepräparat Tremfya, das gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird, sowie das Krebsmedikament Darzalex lieferten starke Verkaufszahlen. Beide Produkte trugen maßgeblich dazu bei, dass Johnson & Johnson die Gewinnschätzungen der Wall Street insgesamt übertreffen konnte.

Johnson & Johnson gehört zu den größten Gesundheitskonzernen der Welt und ist an der New Yorker Börse notiert. Der Konzern gliedert sich in die beiden Hauptbereiche Pharmazeutika und Medizintechnik. Für deutsche Anleger ist J&J ein klassischer defensiver Wert im Gesundheitssektor, der traditionell als stabil und dividendenstark gilt.

Die gemischten Quartalsergebnisse verdeutlichen, wie stark einzelne externe Faktoren – wie eine wissenschaftliche Studie – kurzfristig das Geschäft eines Medizintechnikunternehmens beeinflussen können. Anleger werden nun genau beobachten, ob die angekündigten Daten im kommenden Jahr die Bedenken rund um die Impella-Pumpen ausräumen und das Wachstum in der Medizintechniksparte wieder ankurbeln können.

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