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John Waters: Wie die Trumps den schlechten Geschmack ruinierten

Der „Pope of Trash" erklärt, warum Melanias Weihnachtsdekoration das Ende des lustvollen schlechten Geschmacks bedeutet.

John Waters: Wie die Trumps den schlechten Geschmack ruinierten

John Waters, der als „Pope of Trash" bekannte amerikanische Filmregisseur, hat ein vernichtendes Urteil gefällt: Die Trumps haben den schlechten Geschmack ruiniert. Für Waters, der sein Leben der Kunst der Vulgarität gewidmet hat, ist das keine Kleinigkeit – es ist eine kulturelle Katastrophe.

„Melanias Weihnachtsdekoration war der letzte Nagel im Sarg", sagte Waters in einem Gespräch. „Es ist vorbei. Sie hat es zerstört." Der Regisseur, der für seine provokanten und bewusst geschmacklosen Filme bekannt ist, weiß besser als die meisten, wovon er spricht.

Der Papst des Trash-Kinos

Waters ist eine Ikone des sogenannten „Trash-Kinos" – eines lose definierten Genres, das Vulgarität, Übertreibung und bewussten schlechten Geschmack als künstlerische Mittel einsetzt. Für ihn ist schlechter Geschmack kein Versehen, sondern eine Haltung, eine Kunstform, die Vergnügen bereiten kann – wenn man sie richtig einsetzt.

Das Gespräch fand im Vorfeld einer neuen Spielzeit am British Film Institute (BFI) in London statt, die das Trash-Kino als Genre feiert. Waters' Filme dienen dabei als Orientierungspunkt für das gesamte Programm – ein Beleg dafür, dass sein Werk längst als kulturell bedeutsam anerkannt wird, auch wenn es einst als skandalös galt.

Das BFI ist eine der renommiertesten Filminstitutionen der Welt und verleiht dem Trash-Kino durch diese Retrospektive eine neue, ernsthafte Würdigung. Für deutsche Filmfans, die Waters' Werk kennen, ist dies eine Gelegenheit, das Genre in einem neuen Licht zu betrachten.

Vulgarität als Kunstform

Waters' Kernthese ist so einfach wie provokant: Schlechter Geschmack kann Freude bereiten – aber nur, wenn er mit Absicht, Witz und einem Augenzwinkern eingesetzt wird. Was die Trumps seiner Meinung nach getan haben, ist das Gegenteil: Sie haben den schlechten Geschmack ohne Ironie, ohne Selbstreflexion und ohne Humor betrieben.

Für Waters ist das der entscheidende Unterschied. Trash-Kino lebt von der bewussten Überschreitung, von der Lust an der Provokation – und vor allem von der Intelligenz hinter der Oberfläche. Wenn schlechter Geschmack zur bloßen Realität wird, verliert er seinen subversiven Reiz.

Ob Waters' Diagnose zutrifft, mag jeder selbst beurteilen. Doch dass ein Filmemacher, der Jahrzehnte damit verbracht hat, die Grenzen des guten Geschmacks auszuloten, nun das Ende einer Ära ausruft, ist zumindest bemerkenswert – und typisch für den Mann, der den Trash zur Kunst erhoben hat.

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