ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Jobsuche 2025: Recruiting-Experte Reed gibt entscheidende Tipps

James Reed, CEO des gleichnamigen Personalvermittlers, erklärt nach 30 Jahren Erfahrung, wie Bewerber im schwierigen Arbeitsmarkt punkten.

Jobsuche 2025: Recruiting-Experte Reed gibt entscheidende Tipps

Der Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger ist hart geworden. Das Personalvermittlungsunternehmen Reed verzeichnet auf seiner Website einen drastischen Rückgang der Stellenangebote für Absolventen – von rund 180.000 vor drei oder vier Jahren auf nur noch 50.000. James Reed, Vorsitzender und CEO von Reed, beobachtet seit 30 Jahren, wie Arbeitgeber Entscheidungen treffen. Er gibt nun konkrete Ratschläge, wie Bewerber in diesem schwierigen Umfeld dennoch Aufmerksamkeit erregen können.

Das Schweigen nach Dutzenden verschickter Bewerbungen kann laut Reed genauso frustrierend sein wie eine Absage. Der Rekrutierungsveteran zeigt sich selbst frustriert darüber, wie schwierig der Prozess geworden ist – und liefert praktische Antworten.

Das KI-Screening überstehen

Viele Arbeitgeber setzen heute Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz ein, um Bewerbungen zu prüfen, bevor ein Mensch sie zu Gesicht bekommt. Reed ist zwar der Meinung, dass „Computer keine Menschen ablehnen sollten", erklärt aber, dass KI-Systeme wahrscheinlich die Stellenbeschreibung mit dem Lebenslauf oder Anschreiben vergleichen. Bewerber sollten daher „versuchen, die Stellenbeschreibung mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen widerzuspiegeln".

Das bedeutet ausdrücklich nicht, Fähigkeiten vorzutäuschen. „Es ist wirklich wichtig, dass Sie nicht lügen", betont Reed. Wenn eine Anzeige jedoch Kommunikationsstärke, Organisationstalent oder Kundenservice fordert, sollte die Bewerbung klar zeigen, wo diese Fähigkeiten bereits unter Beweis gestellt wurden.

Erfahrung sammeln trotz Henne-Ei-Problem

Einer der frustrierendsten Aspekte der Jobsuche ist die Forderung nach Erfahrung für Einstiegspositionen. Reed erklärt, das Problem sei momentan besonders ausgeprägt, da Arbeitgeber weniger Personal einstellen und daher oft nach Kandidaten suchen, die bereits über gewisses Know-how verfügen. Er rät, wann immer möglich Erfahrung zu sammeln – „selbst wenn es sich um temporäre Tätigkeiten, Gelegenheitsjobs oder Teilzeitstellen handelt" – durch Arbeit, Freiwilligendienst, Gemeinschaftsprojekte oder kostenlose Online-Schulungen.

Wer es bis ins Vorstellungsgespräch schafft, kann das Thema auch direkt ansprechen: „Jemand hat Ihnen Ihre erste Chance gegeben, genau danach suche ich auch."

KI als Hilfsmittel – aber nicht als Ersatz

Reed spricht sich nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von KI bei Bewerbungen aus. Er bezeichnet sie als „wunderbares Werkzeug", warnt aber davor, der Technologie die gesamte Arbeit zu überlassen. „Wenn man es rein der KI überlässt, wird es identisch mit den Bewerbungen vieler anderer sein, und es geht ja gerade darum, aus der Masse herauszustechen."

Sein wichtigster Rat zum Lebenslauf: „Stellen Sie sicher, dass Ihr Lebenslauf aussagt, wer Sie sind." Er empfiehlt außerdem, den Lebenslauf auf eine Seite zu beschränken, das einleitende Statement präzise zu formulieren und sich von anderen beraten zu lassen. Zur Grammatik stellt Reed klar: Sorgfalt sei sehr wichtig und die Grammatik müsse korrekt sein.

Die entscheidenden Soft Skills

Kommunikation, Zusammenarbeit und Resilienz sind laut Reed die Fähigkeiten, die manchen Bewerbern fehlen, aber für den Erfolg in jeder Karriere entscheidend sind. „Gute Kommunikatoren haben einen Vorteil", sagt er. „Sie sollten also lernen, sich auszudrücken und Selbstvertrauen aufzubauen, wenn Sie vor Menschen sprechen."

Auch Teamfähigkeit ist unverzichtbar: „Nichts wird von einer einzelnen Person erreicht, man ist immer Teil eines Teams. Wenn es im Vorstellungsgespräch nur um ‚ich, ich, ich' geht, werden Sie nicht weiterkommen." Resilienz schließlich helfe dabei, die unvermeidlichen Rückschläge der Jobsuche zu verkraften. „Nehmen Sie es nicht persönlich, das ist normal", so Reed.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Die häufigste Frage im Vorstellungsgespräch lautet: „Erzählen Sie mir etwas über sich." Reed sagt dazu: „Wenn Sie vorbereitet sind, ist es die einfachste Frage und Sie können einen Volltreffer landen. Wenn nicht, verstricken Sie sich in Belanglosigkeiten." Er betont: „Vorstellungsgespräche sind lebensverändernde Gespräche, daher ist es wichtig, sich wirklich vorzubereiten."

Der größte Fehler, den Bewerber machen, ist laut Reed zu denken, „die Welt schulde einem den Lebensunterhalt". Sein Rat: Die Denkweise umkehren. „Ein Job ist ein Problem, das gelöst werden muss. Sie müssen sich also fragen: Wie sind Sie die Lösung für den Arbeitgeber oder das Unternehmen?"

Ist ein Studium noch der richtige Weg?

Reed stellt klar, dass die Universität nicht für jeden der richtige Weg ist. „Ein Studium zu absolvieren, nur weil man denkt, das gehöre sich so und alle Freunde tun es auch, ist keine gute Idee." Er glaubt, dass derzeit zu viele junge Menschen an die Universität gehen und mehr von ihnen eine Ausbildung, ein Handwerk oder den direkten Berufseinstieg in Betracht ziehen sollten.

„Wir waren in Bezug auf Handwerksberufe lächerlich arrogant, und die Vorstellung, dass die Hälfte der jungen Menschen studieren sollte, wirkt sehr veraltet", sagt Reed. Diese Einschätzung ist auch für den deutschen Markt relevant, wo der Fachkräftemangel in Handwerk und Ausbildungsberufen seit Jahren ein zentrales Thema ist.

Jobsuche TippsBewerbung Ki-ScreeningBerufseinsteiger ArbeitsmarktVorstellungsgespräch VorbereitungLebenslauf OptimierenSoft Skills BewerbungEinstiegsjobs 2025

Disclaimer