Jim Cramers Marktüberblick: Die 10 wichtigsten Aktien am Mittwoch
Von Ölpreisanstieg über KI-Server bis Hypothekenanträge: Jim Cramer analysiert die entscheidenden Marktbewegungen des Tages.

Jim Cramer, bekannter US-Börsenmoderator und Gründer des CNBC Investing Club, hat seine zehn wichtigsten Marktpunkte für Mittwoch, den 22. Juli veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen Quartalsergebnisse großer US-Konzerne, Kurszielanpassungen von Analysten und makroökonomische Signale, die Anleger im Blick behalten sollten.
Der Ölpreis dominiert den Tagesauftakt: Die internationale Referenzsorte Brent erreichte erstmals seit über einem Monat die Marke von 95 US-Dollar pro Barrel. Zusammen mit vorbörslichen Verlusten beim südkoreanischen Chipriesen SK Hynix, der den Halbleitermarkt zuletzt maßgeblich beeinflusst hat, dürfte es für Aktien schwierig werden, eine Aufwärtsbewegung einzuleiten. Die Nasdaq-Futures führen die morgendlichen Verluste an.
Quartalsergebnisse im Fokus: Gewinner und Verlierer
GE Vernova, ein Titel aus Cramers Club-Portfolio, verliert rund 4 Prozent nach einem unruhigen Quartal. Der Gewinn je Aktie verfehlt offenbar die Erwartungen. Cramer hebt jedoch das starke Auftragswachstum von 88 Prozent im Quartal hervor, die Anhebung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr sowie den maßvollen Kapazitätsausbau. Der laufende Rechenzentrum-Boom sei ohne die Gasturbinen und Stromnetz-Ausrüstung von GE Vernova schlicht nicht möglich, so Cramers Einschätzung.
Deutlich besser läuft es für AT&T: Der US-Telekommunikationsriese legt dank eines starken Quartals um über 4 Prozent zu. Zwar blieb der Umsatz leicht hinter den Erwartungen zurück, doch der Gewinn übertraf die Prognosen. Auch die Kundenzuwächse im Glasfaser-Internet- und Mobilfunkgeschäft überzeugten. CEO John Stankey erklärte in der CNBC-Sendung „Squawk Box", die Ergebnisse bewiesen, dass das Unternehmen „viele Dinge tut, die den Kunden gefallen". Zudem weitet AT&T die Aktienrückkäufe aus, um von jüngsten Kursrückgängen zu profitieren – diese waren hauptsächlich durch Sorgen über den Satelliten-Internetdienst Starlink von SpaceX getrieben worden.
Capital One übertrifft die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn. Der Club-Titel hat laut Cramer die Geduld der Anleger auf die Probe gestellt, während das Unternehmen daran arbeitet, die Früchte der Blockbuster-Übernahme von Discover zu ernten. CEO Richard Fairbank investiert massiv, um Capital One stärker wie American Express zu positionieren. Die Aktie notiert vorbörslich unverändert.
KI-Server und Chipdesigner im Rampenlicht
Super Micro Computer springt vorbörslich um mehr als 14 Prozent nach oben. Der Hersteller von KI-Servern legte vorläufige Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal vor und erwartet deutlich stärkere Bruttomargen als bisher. Im Juni-Quartal erhielt das Unternehmen Neuaufträge im Wert von über 60 Milliarden US-Dollar. Cramer schlussfolgert: Wenn Super Micro – trotz rechtlicher Probleme in der Vergangenheit – so stark abschneidet, sollte der Konkurrent Dell außerordentlich gut dastehen. Dell legt vorbörslich tatsächlich rund 2 Prozent zu.
Beim Chipdesigner Arm hingegen senkt Wells Fargo das Kursziel von 410 auf 350 US-Dollar. Die Analysten verweisen auf ein schwieriges Umfeld vor den Gewinnzahlen in der kommenden Woche und erwarten kaum Änderungen an der bestehenden Umsatzwachstumsprognose von 20 Prozent für das Geschäftsjahr 2027. Der Bereich Rechenzentren sei zwar stark, doch die Smartphone- und PC-Märkte könnten einen Teil davon ausgleichen. Cramer gibt an, Arm diesen Monat aufgrund extremer Volatilität aus dem Portfolio genommen zu haben.
Analysten passen Kursziele an – in beide Richtungen
Beim Industriekonglomerat 3M hebt Bernstein das Kursziel nach einem starken Quartal von 140 auf 145 US-Dollar an – hinkt damit aber der Aktie hinterher, die zuletzt bei fast 171 US-Dollar schloss. UBS erhöhte das Ziel deutlich aggressiver von 190 auf 218 US-Dollar. 3M-CEO Bill Brown erläuterte in der Sendung „Mad Money", wie das Unternehmen hinter Scotch-Klebeband und Post-it-Notizen auf Innovation setzt, um vom KI-Ausbau zu profitieren.
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Zur AktienanalyseDanaher hingegen enttäuscht: Stifel senkt das Kursziel von 260 auf 220 US-Dollar, Guggenheim von 235 auf 200 US-Dollar. Beide Häuser verweisen auf eine Underperformance im wichtigen Bioprocessing-Geschäft als zentralen Schwachpunkt. Cramer kommentiert dies mit den Worten: „Wirklich enttäuschend. Dies ist nicht mehr das Danaher von früher." Er gibt an, die Position für seinen Club bereits im Februar verlassen zu haben.
Nike arbeitet unterdessen an einem Strategiewechsel in China: Der Sportartikelriese plant, Tausende von Online-Distributoren zu streichen und sich stattdessen auf die eigene Website und App sowie auf wenige hochwertige Einzelhändler zu konzentrieren. China war in den vergangenen Quartalen der problematischste Markt für Nike und hat einige der Turnaround-Fortschritte von CEO Elliott Hill in Nordamerika überlagert.
Immobilienmarkt sendet gemischte Signale
Die Gesamtzahl der US-Hypothekenanträge stieg in der vergangenen Woche um 1,9 Prozent – ein ungewöhnliches Signal, da die Hypothekenzinsen zuletzt ihre höchsten Stände seit fast einem Jahr erreichten. Cramers Wette auf eine Erholung des US-Immobilienmarktes ist Home Depot. Die Aktie ist seit Jahresbeginn jedoch um über 3 Prozent gefallen. Cramer gibt an, die Position zuletzt etwas reduziert zu haben, da die Aktie durch das hohe Zinsniveau unter Druck bleibt.


