Jim Cramers Marktausblick: Die 10 wichtigsten Punkte für Montag
Von KI-Milliardenpakten bis zum Ölpreiseinbruch: Jim Cramer analysiert die entscheidenden Marktthemen zum Wochenstart.

Die US-Futures steigen am Montagmorgen kräftig an, während die Ölpreise stark unter Druck geraten. Auslöser ist eine Kampfpause zwischen den USA und dem Iran am Wochenende. Der Nasdaq führt die Bewegung mit einem Plus von rund 1,4 % an, während Rohöl der Sorte WTI um etwa 7 % auf unter 84 US-Dollar pro Barrel einbricht – der stärkste Rückgang seit Mai.
Die steigenden Ölpreise hatten den Markt bereits in der Vorwoche belastet, waren aber nicht das einzige Problem. Ein weiterer Belastungsfaktor: Der Ausverkauf bei Technologiewerten signalisiert, dass Anleger die massiven KI-Infrastrukturausgaben börsennotierter Unternehmen zunehmend kritisch sehen. Selbst Alphabet wurde trotz enormer Nachfrage bei Google Cloud abgestraft. Der Markt sucht nach Unternehmen, die tatsächlich Geld verdienen – nicht nur „Nachfrage bedienen".
Nvidia im Zentrum der KI-Finanzierung
Nvidia steht gleich bei mehreren Großdeals im Mittelpunkt. Laut einem Bericht des Wall Street Journal erwägt der Chiphersteller eine Absicherung in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar für OpenAI, um dem ChatGPT-Entwickler bei der Anmietung eines massiven Rechenzentrumsprojekts von Softbank im Süden von Ohio zu helfen. Cramer kommentiert die Situation mit einer treffenden Frage: „Nvidia als Zentralbank der KI?" Er erwartet, dass der Markt den Deal zunächst positiv aufnehmen, ihn letztlich aber ablehnen wird.
Darüber hinaus haben Nvidia und der südkoreanische Technologiekonzern SK Group eine Partnerschaft im Wert von 500 Milliarden US-Dollar zum Aufbau von KI-Infrastruktur vereinbart. SK Telecom plant den Bau eines 2-Gigawatt-Rechenzentrums unter Einsatz von Nvidias Vera-Rubin-Chips. Zusätzlich einigten sich Nvidia und SK Hynix auf einen langfristigen Liefervertrag für Speicherchips – ein Bereich, der derzeit als großer Engpass gilt, da das Angebot knapp ist und der Aufbau neuer Produktionskapazitäten Zeit braucht.
Ein weiteres Großabkommen: Samsung und Broadcom kündigten eine Zusammenarbeit im Wert von 200 Milliarden US-Dollar an, um ihre Kooperation bei Speicher- und Foundry-Technologien auszuweiten. Broadcom gilt als führender Entwickler maßgeschneiderter KI-Chips für Tech-Giganten wie Google und Meta Platforms. In dieser Woche stehen zudem die Quartalsergebnisse von Meta, Amazon und Microsoft an.
Chinesischer Speicherchiphersteller mit explosivem Börsenstart
Bemerkenswert ist das Börsendebüt des chinesischen Speicherchipherstellers Changxin Technology Group (CXMT) in Shanghai. Die Aktie stieg nach dem IPO um 466 % und machte CXMT damit zum wertvollsten in China gelisteten Unternehmen. Die US-Regierung stuft CXMT als Risiko für die nationale Sicherheit ein. Dennoch testet Apple Berichten zufolge CXMT-Chips für Geräte, die innerhalb Chinas verkauft werden – ein Zeichen dafür, wie stark der Druck durch explodierende Speicherkosten ist.
Analysten-Updates: Verizon, Charter, SLB und SAP
Bei den Analysteneinschätzungen gibt es gemischte Signale. Barclays hob das Kursziel für Verizon von 45 auf 46 US-Dollar an, Wells Fargo erhöhte von 43 auf 47 US-Dollar und verwies auf starkes Wachstum bis Jahresende und 2027. Beide Häuser beließen die Einstufung jedoch auf „Hold". Verizon setzt auf den Rechenzentrumsboom und hat einen Glasfaser-Deal im Wert von über 1 Milliarde US-Dollar mit Google abgeschlossen.
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Zur AktienanalyseDeutlich negativer fällt das Urteil für Charter Communications aus. Wells Fargo senkte das Kursziel drastisch von 160 auf 101 US-Dollar und bekräftigte die Verkaufsempfehlung. Barclays strich das Ziel ebenfalls von 130 auf 115 US-Dollar. Charter hatte zuletzt ein weiteres Quartal mit sinkenden Abonnentenzahlen gemeldet und die Schätzungen für den freien Cashflow verfehlt. Kabelfernsehen bleibt ein schwieriges Marktumfeld.
Für den Öldienstleister SLB hob Barclays das Kursziel von 64 auf 67 US-Dollar an und nannte den Wiederaufbau im Nahen Osten sowie eine Rechenzentrumspartnerschaft mit Meta als Gründe. Bank of America erhöhte das Ziel von 56 auf 57 US-Dollar. Cramer sieht SLB als das einzige Öldienstleistungsunternehmen, das interessant bleibt, falls die Kampfpause zwischen den USA und dem Iran nur vorübergehend ist.
Das deutsche Softwareunternehmen SAP steht ebenfalls auf Cramers Radar. Barclays senkte das Kursziel für SAP von 255 auf 242 US-Dollar. Obwohl SAP eine wachsende KI-Nachfrage verzeichnet, die den Ausblick für das zweite Halbjahr stützt, warnen die Analysten, dass die kurzfristige Kostenumsetzung weniger vorhersehbar sein könnte – ein Punkt, der Cramer auch bei Palantir Sorgen bereitet.


