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Jim Cramer zweifelt an Nachhaltigkeit der Big-Tech-Rally

CNBC-Moderator warnt: Kurssprünge bei Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon könnten über die Fundamentaldaten hinausgehen.

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Jim Cramer zweifelt an Nachhaltigkeit der Big-Tech-Rally

Jim Cramer, bekannter Moderator der CNBC-Sendung „Mad Money", hat am Mittwoch Zweifel an der Nachhaltigkeit der jüngsten Technologie-Rally geäußert. Die Kursgewinne bei großen Tech-Werten wirkten eher wie ein Ausbruch von Optimismus als eine Reaktion auf deutlich verbesserte Fundamentaldaten, so Cramers Einschätzung. „Ich sage Ihnen, dass dieses heutige impressionistische Urteil einer genaueren Prüfung möglicherweise nicht standhalten wird", erklärte der erfahrene Börsenkommentator.

Technologieaktien legten am Mittwoch breit zu, angetrieben von einer Reihe positiver Meldungen. Alphabet gewann mehr als 3 Prozent, nachdem Starinvestor Warren Buffett gegenüber CNBC bestätigt hatte, dass er persönlich die Entscheidung für Berkshire Hathaway getroffen habe, in die Google-Muttergesellschaft zu investieren. Berkshire beteiligte sich demnach erstmals im dritten Quartal 2025 an Alphabet. „Das ist die Bestätigung, nach der die Leute gesucht haben", kommentierte Cramer diesen Schritt.

Gemischtes Bild bei den Tech-Giganten

Microsoft legte rund 2,5 Prozent zu, nachdem die US-Großbank Citi in einer optimistischen Analyse ein starkes viertes Quartal des Geschäftsjahres 2026 prognostiziert hatte. Die Analysten erwarten, dass die Wachstumsdynamik durch Microsofts KI-Assistent Copilot und die Azure-Cloud-Plattform bis ins Geschäftsjahr 2027 anhalten werde. Cramer bezeichnete den Bericht als Gegenpol zu seinen bisherigen Bedenken hinsichtlich der KI-Strategie des Softwarekonzerns.

Meta und Amazon verzeichneten jeweils Kursgewinne von rund 3 Prozent. Während Cramer den Anstieg bei Meta mit den am 1. Juli bekanntgegebenen Plänen zum Verkauf überschüssiger Rechenkapazitäten in Verbindung brachte, zeigte er sich bei Amazon skeptischer. Das Unternehmen gebe „Vermögen für KI aus, aber kann bisher anscheinend noch keine Rendite vorweisen", so Cramer – was die Bewertung schwer zu rechtfertigen mache.

Schwäche bei KI-Infrastrukturwerten trübt das Bild

Besonders auffällig war die gegenläufige Entwicklung bei Unternehmen, die eng mit der KI-Infrastruktur verbunden sind. Dell verlor rund 10 Prozent, Micron büßte etwa 8 Prozent ein – trotz dessen, was Cramer als starke fundamentale Basis beider Unternehmen bezeichnet. Diese Diskrepanz verstärke seine Ansicht, dass die täglichen Marktbewegungen eher von Stimmungswechseln als von wesentlichen neuen Informationen getrieben werden.

Für Anleger ist diese Beobachtung besonders relevant: Wenn KI-Infrastrukturanbieter wie Dell und Micron fallen, während die großen Plattformkonzerne steigen, sendet der Markt widersprüchliche Signale über den tatsächlichen Zustand des KI-Booms. Cramer sieht darin ein Zeichen, dass die Kursbewegungen nicht kohärent auf neue fundamentale Erkenntnisse reagieren.

Mit Blick auf die kommenden Wochen erwartet Cramer, dass Anleger ihren Fokus wieder stärker auf die Fundamentaldaten richten werden – insbesondere im weiteren Verlauf der Berichtssaison für das zweite Quartal. Dann werden konkrete Zahlen zu Umsatz, Gewinn und KI-Monetarisierung zeigen, ob die aktuellen Bewertungen gerechtfertigt sind. Cramers eigenes Portfolio, der vom CNBC Investing Club verwaltete Charitable Trust, hält Anteile an Alphabet, Amazon, Apple, Meta und Microsoft.

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