Jim Cramer zum SpaceX-IPO: Drei Katalysatoren, ein großer Vorbehalt
CNBC-Moderator Jim Cramer sieht SpaceX-Bewertung von 2 Billionen Dollar als kaum gerechtfertigt – nennt aber drei konkrete Wachstumstreiber.

Jim Cramer, bekannter Moderator der CNBC-Sendung „Mad Money", hat sich skeptisch zum bevorstehenden Börsengang von SpaceX geäußert. Der Handelsstart des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk wird für den 12. Juni erwartet. Cramer zweifelt daran, ob die angestrebte Bewertung von 2 Billionen US-Dollar durch die aktuellen Finanzkennzahlen des Unternehmens gedeckt ist.
„Rein von den Zahlen her ist es sehr schwierig, eine Bewertung von 2 Billionen Dollar für SpaceX zu rechtfertigen", sagte Cramer. SpaceX veröffentlichte vergangene Woche seinen Börsenprospekt, der ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 20 Milliarden US-Dollar zeigt – bei gleichzeitig hohen Verlusten. Der Grund: massive Investitionen in KI-Infrastruktur und das Starship-Raketenprogramm. „Bei 2 Billionen Dollar würde SpaceX etwa zum 100-Fachen des Umsatzes der letzten zwölf Monate gehandelt, was wahnsinnig teuer ist", so Cramer weiter.
Trotz dieser Bedenken identifizierte Cramer drei kurzfristige Katalysatoren, die das Investitionsszenario deutlich verbessern könnten. Anleger sollten diese Faktoren genau im Blick behalten, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Katalysator 1: Das Starship-Programm
Der erste und wohl bekannteste Wachstumstreiber ist Starship, die wiederverwendbare Rakete der nächsten Generation von SpaceX. Das Unternehmen schloss am Freitag seinen 12. Testflug ab – ohne Personen oder Kundenfracht an Bord. Laut Börsenprospekt soll der kommerzielle Nutzlasttransport voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. „Wenn SpaceX diese Frist wirklich einhalten kann, wird das ein großer Segen für die schwächelnde Weltraumsparte sein", sagte Cramer.
Katalysator 2: Der Anthropic-Deal
Der zweite Katalysator ist ein neues Abkommen über Rechenkapazitäten mit dem KI-Startup Anthropic. Im Rahmen der Vereinbarung wird Anthropic SpaceX bis 2029 monatlich rund 1,25 Milliarden US-Dollar zahlen, um Rechenkapazitäten in den SpaceX-Rechenzentren in Memphis zu mieten. Das entspricht einem potenziellen Jahresumsatz von rund 15 Milliarden US-Dollar – ein enormer Sprung gegenüber den lediglich 3,2 Milliarden Dollar, die die KI-Sparte im vergangenen Jahr erwirtschaftete. „Der Anthropic-Deal allein verändert die Wirtschaftlichkeit der KI-Sparte dramatisch und könnte sie potenziell von einem Verlustgeschäft in einen Gewinnbringer verwandeln", betonte Cramer.
Katalysator 3: Die Partnerschaft mit Cursor
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Zur AktienanalyseAls dritten Wachstumstreiber nannte Cramer die Vereinbarung von SpaceX mit dem KI-Coding-Startup Cursor. Die Partnerschaft soll die Coding-Tools von Cursor mit der Recheninfrastruktur von SpaceX kombinieren, um KI-Produkte wie Grok weiterzuentwickeln und potenziell neue Unternehmenslösungen zu schaffen. Besonders bemerkenswert: SpaceX hat die Option, Cursor im Laufe dieses Jahres für 60 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Eine solche Akquisition „würde den Status von xAI unter den führenden KI-Laboren stärken", so Cramers Einschätzung.
Trotz dieser drei vielversprechenden Faktoren mahnte Cramer zur Disziplin. Er riet Anlegern, die aktuellen Fundamentaldaten, die realistischen kurzfristigen Chancen und die Bewertung sorgfältig abzuwägen, bevor sie in die Aktie einsteigen. „Historisch gesehen hat es sich selten ausgezahlt, gegen Elon Musk zu wetten, aber gleichzeitig ist SpaceX weit von der Perfektion entfernt und die Aktie wird mit Sicherheit teuer sein", sagte er.
Für deutsche Privatanleger ist der SpaceX-IPO ein besonders interessantes Ereignis, da es sich um einen der größten und meistbeachteten Börsengänge der jüngeren Geschichte handeln dürfte. Cramer empfahl jedoch, nicht blind in die Euphorie einzusteigen: „Selbst wenn Sie sie besitzen wollen, sollten Sie vielleicht nicht sofort kaufen – aber das hängt wiederum davon ab, zu welchem Preis das Geschäft angeboten wird."


