Jim Cramer: IBM-Kurssturz von 25% reicht nicht zum Kauf
CNBC-Moderator Cramer warnt trotz massivem Kurseinbruch vor IBM – wegen struktureller Verschiebung bei IT-Ausgaben.

Jim Cramer, bekannter Moderator der CNBC-Sendung „Mad Money", hat sich klar gegen einen Kauf der IBM-Aktie ausgesprochen – und das trotz eines Kurseinbruchs von rund 25 Prozent. Der Grund: IBM befinde sich auf der falschen Seite einer fundamentalen Verschiebung bei den Technologieausgaben von Unternehmen. Für deutsche Anleger, die IBM als Dividendentitel im Blick haben, ist das eine deutliche Warnung.
Der massive Kursrückgang folgte auf eine vorab veröffentlichte Gewinnwarnung für das zweite Quartal 2026. Umsatz, Gewinn und das Wachstum des Softwareumsatzes blieben allesamt hinter den Erwartungen der Wall Street zurück. IBM-CEO Arvind Krishna räumte ein, das Unternehmen sei „ins Straucheln geraten", da mehrere große Kundenverträge nicht abgeschlossen werden konnten.
Cramers Diagnose: IBM auf der falschen Seite des Trends
Cramer interpretiert das enttäuschende Quartal als eines der deutlichsten Signale dafür, dass Unternehmen ihre IT-Budgets grundlegend umschichten. Seiner Analyse zufolge priorisieren Firmen derzeit drei Bereiche: Cybersicherheit, Hardware und sogenannte KI-„Token" – also die verbrauchsbasierten Kosten, die bei der Nutzung von KI-Modellen anfallen. Alles andere werde zunehmend zurückgestellt.
„Das ist die neue Realität, und ich habe keine Ahnung, wann sie sich ändern wird. Deshalb kann ich IBM nicht empfehlen, nicht einmal nach dem heutigen schweren Einbruch", sagte Cramer in seiner Sendung. IBM habe zwar ein ordentliches KI-Narrativ, aber zu viele Produkte und Dienstleistungen, die in die Kategorie „andere Arten von Ausgaben" fielen – also genau jene Bereiche, die von Unternehmen aktuell gekürzt werden.
Cramer lobte CEO Krishna ausdrücklich dafür, dass er die Verantwortung für das schwache Quartal übernommen habe. Auch räumte er ein, dass IBM durchaus attraktive langfristige Geschäftsbereiche besitze. Zudem wirft die Aktie nach dem Kurseinbruch nun eine Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent ab – ein Aspekt, der für einkommensorientierte Anleger interessant sein könnte.
Hoffnung reicht nicht als Kaufargument
Dennoch reichen diese positiven Faktoren für Cramer nicht aus, um eine Kaufempfehlung auszusprechen. Er verwies darauf, dass IT-Manager aktuell ihre Budgets für das Jahr 2027 planen – und dabei die drei genannten Prioritäten voraussichtlich weiter dominieren werden. Für IBM bedeute das anhaltenden Gegenwind.
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Zur Aktienanalyse„Ich hoffe, dass IBM tatsächlich nur erlebt, dass sich seine Deals verzögern und nicht storniert werden", sagte Cramer. „Aber ich kann Ihnen nicht raten, eine Aktie zu kaufen, nur weil ich hoffe, dass etwas wahr ist." Diese Aussage fasst seine Haltung prägnant zusammen: Hoffnung ist kein Investmentargument.
Für deutsche Privatanleger, die IBM traditionell als stabilen Blue-Chip-Wert schätzen, liefert Cramers Analyse wichtige Denkanstöße. Der Konzern steht stellvertretend für eine breitere Herausforderung: Klassische IT-Dienstleister und Softwareanbieter geraten unter Druck, weil Unternehmensbudgets zunehmend in Richtung KI-Infrastruktur und Cybersicherheit umgeleitet werden. Wer IBM im Depot hält, sollte die Quartalszahlen, die für die nächste Woche geplant sind, genau im Blick behalten.


