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Jim Cramer: Große Marktchancen haben Platz für mehrere Gewinner

CNBC-Moderator Jim Cramer warnt Anleger davor, wachstumsstarke Branchen fälschlicherweise als „Winner-take-all"-Märkte zu betrachten.

Jim Cramer: Große Marktchancen haben Platz für mehrere Gewinner

Jim Cramer, bekannter Moderator der CNBC-Sendung „Mad Money", hat Anleger am Mittwoch dazu aufgerufen, ihre Denkweise grundlegend zu ändern. Seiner Meinung nach begehen viele Investoren einen klassischen Fehler: Sie behandeln schnell wachsende Branchen so, als könne darin nur ein einziges Unternehmen langfristig gewinnen. Dabei bieten gerade die größten Wachstumsmärkte Platz für mehrere erfolgreiche Unternehmen gleichzeitig.

„Auf jeder Stufe der KI-Nahrungskette ist Platz für viele Unternehmen. Es geht nicht um Fressen oder Gefressenwerden", sagte Cramer. „Die besten Aktien gehören oft Unternehmen, die viel Konkurrenz haben, schlichtweg weil es genug Geschäft für alle gibt." Mit diesen Worten richtete er sich direkt gegen die verbreitete Wall-Street-Mentalität, die Technologiemärkte als Nullsummenspiele betrachtet.

AMD-Kurssturz als warnendes Beispiel

Konkreter Anlass für Cramers Aussagen war der Kursverlauf der AMD-Aktie am selben Mittwoch. Das Papier fiel um 6 Prozent, obwohl AMD einen soliden Gewinnbericht vorgelegt hatte. Auslöser des Kursrückgangs war eine Aussage von Elon Musk: Der Tesla- und SpaceX-Chef erklärte, dass SpaceX seine KI-Infrastruktur „ausschließlich auf Nvidia" aufbauen werde, da er die Vera-Rubin-Architektur für den „besten KI-Computer" halte.

Cramer sah in dieser Marktreaktion genau jenes Fehldenken bestätigt, vor dem er warnt. Die Wall Street interpretierte Musks Aussage als Signal, dass Nvidia den gesamten KI-Chip-Markt dominieren werde – und bestrafte AMD entsprechend. Für Cramer ist das jedoch eine Fehleinschätzung, die an der Realität des Marktes vorbeigeht.

„Bis 2030 könnte die Nachfrage nach CPUs und GPUs Billionen von US-Dollar erreichen", sagte er. „Wer glaubt, dass Nvidia dieses gesamte Geschäft allein bewältigen kann, dem kann ich nur sagen: Was rauchen Sie eigentlich?" Cramer betonte, dass AMD ein starkes GPU-Geschäft aufgebaut habe, um mit Nvidia zu konkurrieren, und gleichzeitig eine führende CPU-Sparte entwickelt habe, die Intel regelmäßig Marktanteile abnehme.

Nvidia, AMD und Intel – alle drei kaufenswert

Anstatt Nvidia, AMD und Intel als sich gegenseitig ausschließende Investments zu betrachten, sieht Cramer alle drei als Profiteure des rasanten Wachstums der KI-Infrastruktur. „Intel, AMD, Nvidia – alle drei sind hervorragend", sagte er. „Jedes dieser Unternehmen kann gekauft werden, weil die vor uns liegende Chance so gewaltig ist." Cramers Charitable Trust, das vom CNBC Investing Club verwaltete Portfolio, hält Aktien von Nvidia und Intel.

Das Prinzip gilt laut Cramer weit über den Halbleitersektor hinaus. Im Einzelhandel hätten Anleger in der Vergangenheit TJX, Burlington und Ross Stores so behandelt, als könne nur eines dieser Unternehmen erfolgreich sein – obwohl alle drei starke langfristige Renditen erzielt haben. Cramers Charitable Trust hält Aktien von TJX.

Cybersicherheit als weiteres Beispiel

Auch im Bereich Cybersicherheit sieht Cramer das gleiche Muster. Sowohl CrowdStrike als auch Palo Alto Networks profitieren weiterhin von der wachsenden Nachfrage nach IT-Sicherheitslösungen. Cramers Charitable Trust hält Anteile an beiden Unternehmen – ein klares Bekenntnis zur Mehrgewinner-These.

Cramer räumte ein, dass es durchaus echte Nullsummensituationen gibt: „Sicherlich gibt es einige echte Nullsummensituationen, hart umkämpfte Branchen, in denen die Nachfrage begrenzt ist." Doch KI-Chips, Cybersicherheit und Einzelhandel gehörten ausdrücklich nicht dazu. „Aber dies hier ist das Gegenteil: große Chancen mit viel Platz für mehrere Gewinner", so Cramer abschließend.

Für deutsche Privatanleger ist Cramers Botschaft besonders relevant: Wer in Wachstumsbranchen investiert, sollte nicht reflexartig auf einen einzigen Marktführer setzen, sondern die Breite des Marktwachstums im Blick behalten. Gerade in Phasen, in denen einzelne Nachrichten – wie Musks SpaceX-Aussage – kurzfristig für Kursausschläge sorgen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf das Gesamtbild.

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