JetBlue baut Fort Lauderdale zum internationalen Drehkreuz mit Lounge aus
JetBlue verdoppelt seine Präsenz in Fort Lauderdale nach dem Spirit-Airlines-Kollaps und plant Lounge, mehr internationale Ziele und 150 Tagesflüge.

JetBlue Airways setzt in seiner Strategie zur Rückkehr in die Gewinnzone stark auf den Flughafen Fort Lauderdale-Hollywood in Florida. Die US-amerikanische Fluggesellschaft ist dort bereits Marktführer und will ihre Position nach dem Zusammenbruch des Billigfliegers Spirit Airlines weiter ausbauen. Das letzte profitable Quartal von JetBlue liegt zwei Jahre zurück – die Expansion in Südflorida soll das ändern.
Laut einer Auswertung des Luftfahrtdatenanbieters Cirium hält JetBlue am Flughafen Fort Lauderdale inzwischen einen Marktanteil von 36 Prozent nach Kapazität für das Jahr 2026. Im Vorjahr waren es noch rund 24 Prozent. Spirit Airlines war zuvor die Nummer eins am Flughafen, bevor die Gesellschaft am 2. Mai unter der Last von Schulden und jahrelangen Problemen zusammenbrach.
Von Mai bis Juni dieses Jahres weitete JetBlue seine Kapazität in Fort Lauderdale um 5 Prozent aus, während sich große Wettbewerber in der Nebensaison aus Florida zurückzogen. Für 2025 hat die Fluggesellschaft durchschnittlich rund 106 Flüge pro Tag geplant – gegenüber etwa 68 Flügen täglich im Vorjahr. Nur wenige Stunden nach dem Spirit-Kollaps legten JetBlue und andere Carrier ihre Reisepläne vor, um die entstandene Lücke zu füllen. Am 1. Juni hob JetBlue daraufhin seine Umsatzprognose für das Jahr an und verwies auf die starke Nachfrage.
Wachstumspläne: Lounge, internationale Ziele und 150 Tagesflüge
In den Spitzenmonaten des Winters – darunter das Presidents-Day-Wochenende und Schulferien – plant JetBlue rund 150 tägliche Flüge ab Fort Lauderdale. Damit würde der Standort auf eine Stufe mit JetBlues Drehkreuz am Boston Logan International Airport gestellt, dem nach New York größten im Netz der Airline. Weiteres Wachstum ist möglich, sobald zusätzliche Gates nach dem Ende des Spirit-Insolvenzverfahrens verfügbar werden.
Zum Ausbau des Premium-Angebots prüft JetBlue laut eigenen Angaben Standorte für eine Flughafen-Lounge in Fort Lauderdale. Es wäre die dritte Lounge im Netz der Airline, nach bestehenden Lounges am John F. Kennedy International Airport in New York und in Boston. Gleichzeitig will JetBlue mehr internationale Ziele ab Fort Lauderdale anbieten und den Fokus auf Premium-Flugreisen stärken – inklusive einer inländischen First-Class-Kabine.
Zu den neuen internationalen Verbindungen gehört eine kürzlich angekündigte Route von Fort Lauderdale nach Caracas, Venezuela. Damit tritt JetBlue in direkten Wettbewerb mit American Airlines, die im Januar die Wiederaufnahme von Flügen nach Venezuela angekündigt hatte – erstmals seit 2019.
Konkurrenz durch American Airlines in Miami
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Zur AktienanalyseDie größte Wettbewerbsbedrohung für JetBlue liegt rund 26 Meilen südlich: der Miami International Airport, ein zentrales Drehkreuz von American Airlines. Miami ist deutlich größer als Fort Lauderdale, beide Flughäfen sind jedoch wichtige Knotenpunkte für Urlauber sowie für Reisende, die Freunde und Verwandte in Lateinamerika und der Karibik besuchen.
American Airlines erklärte, man plane eine Rekordzahl von 100 Zielen in der Karibik, Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern von den USA aus anzufliegen. 77 dieser Verbindungen starten in Miami, darunter ein neuer Flug nach Maracaibo, Venezuela, ab dem 14. Juli sowie nach Cap-Haitien, Haiti, ab dem 1. November. Der Wettbewerb um die lukrativen Lateinamerika- und Karibik-Routen zwischen den beiden Flughäfen dürfte sich damit weiter verschärfen.


