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Jeremy Grantham warnt: US-Aktienmarkt so teuer wie nie zuvor

Der GMO-Mitgründer sieht den US-Markt auf dem teuersten Niveau der amerikanischen Geschichte – angetrieben vom KI-Boom.

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Jeremy Grantham warnt: US-Aktienmarkt so teuer wie nie zuvor

Der legendäre Investor Jeremy Grantham schlägt erneut Alarm: Der US-Aktienmarkt habe durch den Boom der künstlichen Intelligenz ein historisch beispielloses Bewertungsniveau erreicht. Der Mitgründer der Investmentfirma GMO warnt, dass diese Überbewertung letztendlich zu einem historischen Rückgang führen könnte. Als engste historische Parallele nennt er die Tech-Blase des Jahres 2000 – auch wenn er einräumt, sich nicht sicher zu sein, ob es überhaupt einen vergleichbaren Zeitraum gebe.

Besonders ins Gewicht fällt dabei ein Indikator, den Grantham explizit hervorhebt: der sogenannte Buffett-Indikator. Dieser vergleicht den Gesamtwert der US-Börsenbewertung mit der Größe der Wirtschaft, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Laut Longtermtrends.com liegt das Verhältnis von Marktkapitalisierung zum BIP derzeit bei rund 235 Prozent – der Wert des gesamten Aktienmarktes ist damit mehr als doppelt so groß wie die gesamte US-Wirtschaft.

Der Buffett-Indikator schlägt Alarm

Der Name dieses Indikators ist kein Zufall: Investorenlegende Warren Buffett nutzte diesen Maßstab selbst und warnte einst, man „spiele mit dem Feuer", wenn sich das Verhältnis der 200-Prozent-Marke nähere. Genau das war 1999 und in Teilen des Jahres 2000 der Fall – kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase. Mit aktuell 235 Prozent liegt der Wert nun deutlich über dieser Warnschwelle.

Grantham erklärt, dass die Märkte potenziell ihren Höchststand bereits erreicht haben könnten. Er betont jedoch ausdrücklich, dass der genaue Zeitpunkt eines möglichen Einbruchs äußerst ungewiss sei. Diese Einschränkung ist wichtig: Grantham ist bekannt dafür, Bärenmärkte vorherzusagen – doch seine Warnungen kamen in der Vergangenheit nicht immer zum richtigen Zeitpunkt. So prognostizierte er bereits im März 2024, dass die langfristigen Aussichten für US-Aktien fast so schlecht seien wie zu jedem anderen Zeitpunkt in der Geschichte. Die Kurse stiegen nach dieser Warnung dennoch weiter an.

KI-Boom schafft Voraussetzungen für Exzesse

Im Zentrum von Granthams aktueller Analyse steht der Hype um künstliche Intelligenz. Er sieht KI als den Bereich, in den Anleger derzeit ihr gesamtes Geld investieren wollen – und genau das schaffe die Voraussetzungen für exzessive Investitionen. Als historisches Warnsignal verweist er auf Amazon: Nach dem Platzen der Dotcom-Blase fiel die Amazon-Aktie um 92 Prozent, bevor das Unternehmen schließlich – wie Grantham es formuliert – „die Welt erbte".

Auch SpaceX nimmt Grantham in den Blick. Das Raumfahrtunternehmen erlebte nach seinem fulminanten Börsengang zunächst einen starken Kursanstieg, hat seither jedoch an Schwung verloren. Die Bewertung von SpaceX in Höhe von rund zwei Billionen US-Dollar wertet Grantham als weiteres Zeichen für extreme Marktübertreibungen – vergleichbar mit den Exzessen vergangener Spekulationsblasen.

Für deutsche Privatanleger ist Granthams Analyse ein wichtiger Denkanstoß. Wer stark in US-Technologieaktien oder KI-bezogene Werte investiert ist, sollte die historischen Bewertungsmaßstäbe im Blick behalten. Gleichzeitig zeigt Granthams eigene Bilanz, dass selbst erfahrene Marktbeobachter den genauen Wendepunkt einer Blase kaum zuverlässig vorhersagen können.

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