Jefferies stuft Apple herab: Vollglas-iPhone offenbar gestrichen
Lieferkettenprüfungen zeigen: Apples geplantes All-Glass-iPhone kommt nicht – Jefferies senkt Rating auf „Underperform" und warnt vor begrenztem Aufwärtspotenzial.

Das Analysehaus Jefferies hat Apple von „Hold" auf „Underperform" herabgestuft und begründet dies mit dem offenbar gescheiterten Vollglas-iPhone. Überprüfungen der Lieferkette deuten darauf hin, dass Apple das für das kommende Jahr geplante All-Glass-iPhone aufgrund einer zu geringen Fertigungsausbeute nicht auf den Markt bringen wird. Gleichzeitig senkte Jefferies das Kursziel für die Apple-Aktie von 285,56 US-Dollar auf 263,66 US-Dollar – das entspricht einem Abwärtspotenzial von fast 16 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.
Analyst Edison Lee schrieb am Montag in einer Mitteilung an Kunden: „Das Vollglas-iPhone (27. Sep.) wurde aufgrund einer geringen Ausbeute gestrichen." Lee bezeichnete dies als „herben Rückschlag" für Apples Strategie, angesichts rasant steigender Speicherkosten höherpreisige iPhones einzuführen. Der ursprüngliche Plan sah vor, die Vollglas-Technologie auf künftige iPhone Pro- und Pro Max-Modelle auszuweiten, um den durchschnittlichen Verkaufspreis und die Marge des Konzerns weiter zu steigern.
Jubiläumsmodell zum 20. iPhone-Geburtstag fällt aus
Das gestrichene Vollglas-iPhone wäre ein besonderes Gerät gewesen: Es sollte zum 20-jährigen Jubiläum des iPhones erscheinen. Laut Lee zeigt die scheinbare Absage, „dass die Einführung neuer Formfaktoren beim iPhone zur Steigerung des durchschnittlichen Verkaufspreises schwieriger ist als erwartet". Für Apple ist dies ein strategischer Rückschlag, denn der Konzern setzt seit Jahren auf Premium-Segmentierung, um Margen und Umsätze zu steigern.
Jefferies senkte in der Folge auch die Prognose für den Gewinn je Aktie von Apple für das Geschäftsjahr 2028 um 2,1 Prozent. Als kurzfristig einzigen verbliebenen „entscheidenden Treiber für einen höheren durchschnittlichen Verkaufspreis und eine höhere Marge" sieht Lee das für September 2026 geplante erste faltbare iPhone des Unternehmens.
Faltbares iPhone: Nischenprodukt wegen hoher Kosten?
Allerdings könnte auch das faltbare iPhone zum Problem werden. Lee warnt, dass steigende Speicherkosten – befeuert durch die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz – den Verkaufspreis des Geräts auf über 2.000 US-Dollar treiben könnten. Ein derart hoher Preis würde das faltbare iPhone zu einem ausgesprochenen Nischenprodukt machen und den Absatz erheblich begrenzen. Dies wiederum könnte das Aufwärtspotenzial der Apple-Aktie strukturell einschränken.
Die Apple-Aktie reagierte auf die Herabstufung mit einem Minus von mehr als einem Prozent im vorbörslichen Handel am Montag. Dennoch bleibt die Bilanz für das laufende Jahr positiv: Seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch immer rund 15 Prozent im Plus.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseJefferies gegen den Wall-Street-Konsens
Die pessimistische Einschätzung von Jefferies steht im deutlichen Widerspruch zur Mehrheitsmeinung an der Wall Street. Von den insgesamt 47 Analysten, die Apple laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG beobachten, vergeben 30 ein „Buy"- oder „Strong Buy"-Rating für die Aktie. Lediglich drei Analysehäuser führen derzeit ein „Underperform"-Rating – Jefferies gehört nun dazu. Für Anleger bleibt die Frage, ob die Lieferkettenprobleme beim Vollglas-iPhone ein isoliertes Ereignis sind oder auf tiefere strukturelle Herausforderungen bei Apples Innovationsstrategie hindeuten.


