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Jeff Bezos: Vom Erzfeind Trumps zum mächtigen Verbündeten

Wie sich die Beziehung zwischen Donald Trump und Amazon-Gründer Jeff Bezos von offener Feindschaft zu enger Allianz wandelte.

Jeff Bezos: Vom Erzfeind Trumps zum mächtigen Verbündeten

Die Wandlung ist bemerkenswert: Jeff Bezos, einst erklärter Feind von Donald Trump, sitzt heute in der ersten Reihe bei dessen Reden – und lacht schallend. Kaum eine andere Beziehung des US-Präsidenten hat sich so drastisch verändert wie jene zum Amazon-Gründer und Milliardär.

Dabei begann das Verhältnis der beiden Männer denkbar feindselig. Im Juli 2017, während Trumps erster Amtszeit, rief der Präsident einen Mitarbeiter in sein Arbeitszimmer neben dem Oval Office. Sein Ziel war unmissverständlich: „Können wir Amazon zerschlagen?", fragte Trump damals. „Ich hasse diesen Bastard Jeff Bezos und ich hasse die Washington Post", soll er laut dem ehemaligen Mitarbeiter Anthony Scaramucci gesagt haben – eine Anspielung auf Bezos als Eigentümer der einflussreichen US-Tageszeitung.

Von der Feindschaft zur Allianz

Die Washington Post gilt in konservativen Kreisen als kritisches Medium gegenüber Trump und der republikanischen Partei. Bezos' Eigentümerschaft an der Zeitung war für Trump lange ein zentraler Streitpunkt. Dass ausgerechnet dieser Mann heute als Verbündeter des Präsidenten gilt, verdeutlicht den tiefgreifenden Wandel in der amerikanischen Machtelite seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus.

Ein symbolisches Bild für diese neue Nähe lieferte ein Auftritt Trumps beim Alfalfa Club, einer exklusiven und einflussreichen Washingtoner Gesellschaft. Der Präsident hielt dort Anfang dieses Jahres eine Rede, die bei einigen Teilnehmern für Unmut sorgte – sie empfanden den 45-minütigen Auftritt als zu lang und zu schmähend. Bezos saß in der ersten Reihe und zeigte keinerlei Verdruss: Er lachte laut und herzlich.

Blue Origin und die Macht der Nähe zu Washington

Der Titel des Berichts des Wall Street Journal deutet auf die wirtschaftliche Dimension dieser Annäherung hin: Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin soll von der neuen Beziehung zum Präsidenten profitieren und mehr Aufträge gewinnen. In einer Zeit, in der staatliche Raumfahrtverträge Milliardenwerte darstellen und die US-Regierung unter Trump die Weltraumpolitik aktiv neu gestaltet, ist die Nähe zur Macht für Unternehmen wie Blue Origin von erheblicher strategischer Bedeutung.

Die Entwicklung reiht sich in ein breiteres Muster ein: Seit Trumps Wiederwahl haben sich mehrere prominente Tech-Milliardäre und Unternehmensführer demonstrativ dem Präsidenten angenähert. Die Frage, wie viel davon echte Überzeugung und wie viel strategisches Kalkül ist, beschäftigt Beobachter in Washington und darüber hinaus.

Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Marktes ist diese Entwicklung relevant: Die enge Verflechtung von politischer Macht und Technologiekonzernen in den USA beeinflusst Auftragsvergaben, Regulierung und letztlich auch die Bewertung großer amerikanischer Unternehmen an den Börsen weltweit.

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