Jeff Bezos im CNBC-Interview: KI-Startup Prometheus im Fokus
CNBC führt exklusives Interview mit Bezos und Co-CEO Bajaj über das KI-Startup Prometheus und dessen ambitionierte Pläne.

Jeff Bezos und Vik Bajaj, die Mitbegründer und Co-CEOs des KI-Startups Prometheus, stehen CNBC-Moderator David Faber für ein exklusives Interview Rede und Antwort. Das Gespräch findet um 10:00 Uhr ET im Hauptsitz von Prometheus in San Francisco statt. Es ist eines der seltenen öffentlichen Auftritte, bei denen Bezos Einblicke in das bislang weitgehend im Verborgenen operierende Unternehmen gewährt.
Prometheus ist eines der jüngsten Unternehmen von Jeff Bezos und startete im November mit einer Finanzierung in Höhe von 6,2 Milliarden US-Dollar. Das Startup konzentriert sich auf die Entwicklung von KI-Modellen für physische Aufgaben – darunter Ingenieurwesen, Fertigung und Wirkstoffdesign. Laut der LinkedIn-Seite des Unternehmens beschäftigt Prometheus bereits rund 120 Mitarbeiter und ist neben San Francisco auch in London und Zürich tätig.
Bezos selbst beschrieb das Projekt gegenüber CNBC im vergangenen Monat mit ungewöhnlicher Begeisterung: „Etwas, das mich so begeistert hat, dass ich Co-CEO des Unternehmens wurde und viel Zeit und Energie investiere." An seiner Seite steht Vik Bajaj, Professor an der School of Medicine der Stanford University und Mitbegründer des Alphabet-Forschungslabors Verily.
Was steckt hinter dem „Artificial General Engineer"?
Bezos gab einen seltenen Einblick in die technologische Vision von Prometheus. Das Unternehmen entwickle einen sogenannten „Artificial General Engineer" – ein KI-System, das Ingenieuren das Entwerfen physischer Objekte erheblich erleichtern soll. „Wir bauen Werkzeuge, die es Ingenieuren erheblich erleichtern werden, physische Objekte zu entwerfen", so Bezos wörtlich.
Er beschrieb das System als eine „sehr, sehr moderne Version" von CAD – also computergestütztem Design – mahnte jedoch zur Vorsicht bei allzu konkreten Erwartungen, da er „wirklich stark vereinfache" und es noch zu früh sei, detaillierte Informationen zu geben. Ausdrücklich betonte Bezos, dass Prometheus „nichts mit Robotik zu tun" habe. Die Mission des Unternehmens lautet laut eigener Darstellung: „KI für die physische Wirtschaft."
Um die besten Köpfe zu gewinnen, rekrutiert Prometheus aktiv Talente von namhaften Unternehmen wie OpenAI, Google DeepMind und Nvidia. Über konkrete Produkte oder eine detaillierte Produktpipeline hat das Startup bislang geschwiegen.
Blue Origin kämpft nach Raketenexplosion mit Rückschlägen
Neben Prometheus steht auch Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin im Blickpunkt. Im vergangenen Monat erlitt das Unternehmen einen schweren Rückschlag: Eine New-Glenn-Rakete explodierte während eines Triebwerkstests auf einem Startgelände der Space Force in Cape Canaveral, Florida, in einem Feuerball. Die Rakete war dabei auf der Startrampe gesichert, als ihre Triebwerke zur Funktionsprüfung gezündet wurden.
Bezos reagierte damals mit den Worten: „Es ist zu früh, um die Ursache zu kennen, aber wir arbeiten bereits daran, sie zu finden. Ein sehr harter Tag, aber wir werden alles wieder aufbauen, was nötig ist, und wieder fliegen. Es ist es wert." NASA-Administrator Jared Isaacman erklärte gegenüber CNBC, dass es „einige Zeit dauern wird", die Startrampe wiederherzustellen.
Der Vorfall ist nicht der erste Rückschlag für die New-Glenn-Rakete. Bereits im April hatte Blue Origin einen Satelliten von AST SpaceMobile in eine falsche Umlaufbahn befördert. Die Rakete sollte eigentlich 48 Satelliten für Amazons entstehendes Satelliten-Internetprojekt Leo transportieren.
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Prometheus markiert das erste Mal, dass Bezos wieder eine CEO-Rolle übernimmt, seit er im Juli 2021 die Führung von Amazon abgab. Er bleibt Executive Chairman des E-Commerce-Riesen, widmet sich jedoch zunehmend anderen Projekten. Neben Prometheus und Blue Origin ist Bezos auch Executive Chair des Bezos Earth Fund, eines 10 Milliarden US-Dollar schweren Klima- und Biodiversitätsfonds.
KI ist dabei zum zentralen Thema seines unternehmerischen Alltags geworden. „Meine Zeit bei Amazon verbringe ich mit KI, meine Zeit bei Prometheus verbringe ich mit KI... und meine Zeit bei Blue verbringe ich größtenteils mit KI", sagte Bezos gegenüber CNBC. Das exklusive Interview dürfte weitere Einblicke in die Strategie und Pläne von Prometheus liefern – einem Startup, das trotz seiner milliardenschweren Finanzierung bislang bewusst im Schatten geblieben ist.


