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JBS-Streik in Greeley endet – US-Rindfleisch-Spreads unter Druck

Nach drei Wochen Streik nehmen JBS-Mitarbeiter in Colorado die Arbeit wieder auf – Morgan Stanley erwartet sinkende Rindfleisch-Spreads.

JBS-Streik in Greeley endet – US-Rindfleisch-Spreads unter Druck

Die Mitarbeiter des JBS-Rindfleischwerks in Greeley, Colorado, haben sich darauf geeinigt, ihren dreiwöchigen Streik zu beenden und den Betrieb wieder aufzunehmen. Ausschlaggebend war die Zusage des Unternehmens, die Tarifverhandlungen fortzusetzen, wie die Gewerkschaft UFCW7 in einer Pressemitteilung bekanntgab. Die Beschäftigten sollen demnach am Dienstag an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, während die Verhandlungen zwischen JBS und den Arbeitnehmervertretern am Mittwoch und Donnerstag weitergeführt werden sollen.

Trotz der Wiederaufnahme des Betriebs bleibt die Ausgangslage angespannt. Ein Vertreter von JBS erklärte, das Unternehmen habe sein ursprüngliches Angebot nicht überarbeitet und beabsichtige, es als finales Angebot gegenüber der Gewerkschaft beizubehalten. Der Ausgang der laufenden Verhandlungen dürfte damit entscheidend für die weitere Entwicklung sein.

Marktauswirkungen des Streiks

Die Analysten von Morgan Stanley erwarten infolge der schrittweisen Wiederaufnahme der Produktion in Greeley einen teilweisen Rückgang der US-Rindfleisch-Spreads. Der Begriff „Spread" bezeichnet dabei die Differenz zwischen den Kosten für Schlachtvieh und den Erlösen aus dem verkauften Rindfleisch – ein zentraler Indikator für die Rentabilität von Fleischverarbeitern.

Das JBS-Werk in Greeley verarbeitet rund 5.000 Tiere pro Tag, was etwa 5 Prozent der gesamten US-Branchenkapazität entspricht. Der Streik hatte laut Morgan Stanley erhebliche Auswirkungen auf den Markt: Die geringere Nachfrage nach Schlachtungen drückte die Viehpreise, während die Preise für Rindfleisch-Teilstücke (sogenannte „Beef Cutout"-Preise) aufgrund der knapperen Verfügbarkeit von Rindfleisch stiegen.

Spreads erholen sich deutlich vom Jahrestief

Die US-Rindfleisch-Spreads hatten Mitte Februar mit minus 140 US-Dollar pro Tier ihren diesjährigen Tiefstand erreicht. Seitdem haben sie sich deutlich erholt und lagen zuletzt bei rund 390 US-Dollar pro Tier, bevor sie in der vergangenen Woche auf etwa 250 US-Dollar pro Tier zurückgingen. Die Erholung war laut Morgan Stanley teilweise auf günstigere saisonale Faktoren zurückzuführen sowie auf die Entscheidung vieler Erzeuger, ihre Schlachtraten angesichts der negativen Margen in den Monaten Januar und Februar zu reduzieren. In diesem Zeitraum lagen die durchschnittlichen Rindfleisch-Spreads bei minus 45 US-Dollar pro Tier.

Die Analysten von Morgan Stanley betonen, dass die wichtigste Komponente der zuletzt verbesserten Rentabilität direkt mit dem Streik im JBS-Werk in Greeley zusammenhängt. Mit der nun schrittweise anlaufenden Kapazitätsauslastung dürfte dieser positive Effekt kurzfristig nachlassen.

Negative Auswirkungen für JBS und Marfrig

Morgan Stanley stuft die Wiederaufnahme des Betriebs als negativen Faktor für die kurzfristigen Margen von JBS und dem brasilianischen Fleischkonzern Marfrig ein. Beide Unternehmen sind im US-Rindfleischmarkt aktiv und profitieren von hohen Spreads. Ein Rückgang der Spreads schmälert entsprechend ihre Gewinnmargen im Verarbeitungsgeschäft.

Für Anleger, die in den Agrar- und Lebensmittelsektor investiert sind, bleibt der Ausgang der Tarifverhandlungen zwischen JBS und der Gewerkschaft UFCW7 in dieser Woche ein wichtiger Beobachtungspunkt. Das Ergebnis könnte nicht nur die kurzfristige Margenentwicklung beeinflussen, sondern auch Signalwirkung für die gesamte US-Fleischverarbeitungsbranche haben.

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