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JBS-Streik in Colorado beendet: 3.800 Beschäftigte kehren zurück

Nach drei Wochen Arbeitskampf nehmen die Mitarbeiter des US-Fleischriesen JBS in Greeley die Arbeit wieder auf.

JBS-Streik in Colorado beendet: 3.800 Beschäftigte kehren zurück

Rund 3.800 Beschäftigte des Fleischverarbeiters JBS haben nach einem dreiwöchigen Streik ihre Arbeit im Werk Greeley, Colorado, wieder aufgenommen. Die zuständige Gewerkschaft United Food and Commercial Workers (UFCW) Local 7 gab am Samstag bekannt, dass die Arbeitsniederlegung ausgesetzt wurde, nachdem sich JBS zu einer neuen Verhandlungsrunde bereit erklärt hat. Die Gespräche sind für den 9. und 10. April angesetzt.

Der Streik hatte am 16. März begonnen und gilt als einer der größten Arbeitskämpfe in einem US-Fleischverarbeitungsbetrieb seit Jahrzehnten. Das Werk in Greeley besitzt eine erhebliche Bedeutung für die gesamte Branche: Es kann täglich etwa 6.000 Rinder verarbeiten, was rund 5 Prozent der gesamten US-Kapazität entspricht. Ein JBS-Sprecher begrüßte die Rückkehr der Mitarbeiter und kündigte an, den Betrieb in der kommenden Woche wieder hochzufahren.

Trotz der Wiederaufnahme der Arbeit bleibt die Ausgangslage angespannt. JBS betonte ausdrücklich, dass es bislang keine inhaltlichen Änderungen am ursprünglichen Vertragsangebot gegeben habe. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Anpassung der Löhne an die Inflation sowie die Abschaffung von Gebühren, die das Unternehmen für den Ersatz von Schutzausrüstung erhebt.

Gewerkschaft zeigt sich kämpferisch

Kim Cordova, Präsidentin der lokalen Gewerkschaft, machte die Haltung der Belegschaft unmissverständlich klar: „Die Arbeiter bleiben geeint und werden weiterkämpfen, bis JBS seine unfairen Arbeitspraktiken vollständig beendet." Ziel sei ein Vertrag, der den Arbeitern Respekt entgegenbringe und existenzsichernde Löhne garantiere.

Der Arbeitskampf findet in einem wirtschaftlich besonders angespannten Umfeld statt. Die Rinderbestände in den USA befinden sich auf einem 75-Jahrestief, was zu Rekordpreisen für Schlachtvieh geführt hat. Fleischverpacker wie JBS profitieren zwar von den hohen Endverbraucherpreisen, müssen jedoch gleichzeitig ihre Anlagen bei maximaler Auslastung betreiben, um die hohen Betriebskosten zu decken.

Belastung für die gesamte US-Fleischbranche

Der Streik bei JBS verschärfte die ohnehin angespannte Lage der US-Verarbeitungskapazitäten zusätzlich. Bereits zuvor hatte Tyson Foods in diesem Jahr ein Werk in Nebraska schließen müssen und die Produktion an einem Standort in Texas reduziert. Der Ausfall des Greeley-Werks mit seiner erheblichen Kapazität traf die Branche damit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Historisch betrachtet hatte die UFCW im vergangenen Jahr noch einen neuen langfristigen Tarifvertrag für rund 26.000 JBS-Beschäftigte an über einem Dutzend US-Standorten ausgehandelt. Dieser Vertrag sah unter anderem erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Pensionsplan vor. Der aktuelle Konflikt in Greeley zeigt jedoch, dass die Spannungen hinsichtlich Lohnentwicklung und Arbeitsbedingungen an einzelnen Standorten weiterhin bestehen. Ob die Verhandlungsrunde Anfang April zu einer dauerhaften Einigung führt, bleibt abzuwarten.

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