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JBS-Streik: Größter Fleischwerks-Ausstand seit Jahrzehnten trifft US-Markt

Arbeiter im JBS-Rindfleischwerk in Greeley, Colorado, legen die Arbeit nieder – mit spürbaren Folgen für die US-Fleischversorgung.

JBS-Streik: Größter Fleischwerks-Ausstand seit Jahrzehnten trifft US-Markt

Beim weltgrößten Fleischkonzern JBS ist am Montag ein bedeutender Streik ausgebrochen. Gewerkschaftlich organisierte Arbeiter im Rindfleischwerk Greeley im US-Bundesstaat Colorado haben die Arbeit niedergelegt. Es handelt sich nach Branchenangaben um den größten Streik in einem Fleischverarbeitungswerk seit Jahrzehnten.

Das betroffene Werk in Greeley gehört zu den größten seiner Art in den gesamten USA. Täglich können dort rund 6.000 Rinder geschlachtet werden. Das entspricht etwa 5 Prozent der gesamten US-amerikanischen Rindfleischverarbeitungskapazität – ein Ausfall mit erheblichem Gewicht für die nationale Versorgungskette.

Rekordpreise und schrumpfende Margen

Der Streik trifft die Branche zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Rindfleischpreise befinden sich auf Rekordniveau, während die Verarbeiter gleichzeitig massiv unter Druck stehen. Der kleinste Rinderbestand in den USA seit 75 Jahren treibt die Einkaufspreise für Vieh in die Höhe und drückt die Gewinnmargen der Fleischproduzenten.

JBS mit Hauptsitz in Brasilien ist der weltweit führende Fleischkonzern und nach Volumen auch der größte Rindfleischverarbeiter in den Vereinigten Staaten. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 verbuchte das Unternehmen im nordamerikanischen Rindfleischsegment einen operativen Verlust von 566 Millionen US-Dollar. Im Vergleich dazu lag der Verlust im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch bei 64 Millionen US-Dollar – eine dramatische Verschlechterung.

Milliardenverluste belasten die gesamte Branche

Die Situation bei JBS spiegelt ein branchenweites Problem wider. Fleischkonzerne verzeichnen bei der Rindfleischproduktion jährlich Milliardenverluste, weil die Schere zwischen hohen Beschaffungskosten und den erzielbaren Verarbeitungsmargen immer weiter auseinandergeht. Für deutsche Verbraucher und Investoren ist die Entwicklung relevant, da JBS auch in Europa aktiv ist und globale Fleischpreise den deutschen Markt beeinflussen.

Ob und wann der Streik beigelegt wird, ist derzeit offen. Die Arbeitskampfmaßnahmen dürften die ohnehin angespannte Lage am US-Rindfleischmarkt weiter verschärfen und könnten kurzfristig zusätzlichen Preisdruck erzeugen.

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