JBS meldet 617 Millionen Dollar Verlust im Rindfleischgeschäft
Der weltgrößte Fleischkonzern leidet unter einem anhaltenden Viehmangel in den USA, der Rekordpreise erzeugt.

Der brasilianische Fleischriese JBS hat für sein nordamerikanisches Rindfleischgeschäft im vergangenen Jahr einen bereinigten operativen Verlust von 617 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Das ist ein dramatischer Anstieg gegenüber dem Vorjahresverlust von lediglich 37 Millionen Dollar. JBS ist gemessen am Volumen der größte Rindfleischverarbeiter der Vereinigten Staaten.
Hintergrund der Misere ist ein landesweiter Viehmangel in den USA, der die Beschaffungskosten für Schlachtvieh massiv in die Höhe treibt. Gleichzeitig befinden sich die Rindfleischpreise für Verbraucher und Großhändler auf Rekordniveau. Die Schere zwischen hohen Einkaufspreisen für Lebendvieh und dem, was Schlachthofbetreiber am Markt erzielen können, drückt die Margen der Verarbeiter erheblich.
Diversifizierung rettet die Gesamtbilanz
JBS ist jedoch nicht ausschließlich vom Rindfleischgeschäft abhängig. Der Konzern verarbeitet neben Rind auch Schweine- und Hühnerfleisch, Lamm sowie Lachs und ist in zahlreichen Regionen weltweit aktiv. Gewinne aus diesen anderen Proteinsparten und internationalen Märkten konnten die Verluste im nordamerikanischen Rindfleischsegment zumindest ausgleichen.
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Zur AktienanalyseDie Situation bei JBS steht stellvertretend für eine Branchenkrise, die mehrere große Rinderschlachthof-Betreiber trifft. Der strukturelle Viehmangel in den USA ist das Ergebnis jahrelanger Herdenverkleinerung, unter anderem bedingt durch Dürren in wichtigen Weidegegenden. Eine schnelle Erholung gilt als unwahrscheinlich, da der Aufbau von Rinderbeständen mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Für deutsche Anleger, die in globale Lebensmittelkonzerne investieren, unterstreicht dies die Bedeutung einer breiten Diversifizierung über Tierarten und Regionen hinweg.


