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Japans Wirtschaftsminister sieht moderate Inflation trotz BOJ-Warnung

Minister Kiuchi widerspricht der Bank of Japan: Japans Verbraucherpreise steigen bisher nur moderat, Inflationsrisiken seien begrenzt.

Japans Wirtschaftsminister sieht moderate Inflation trotz BOJ-Warnung

Japans Wirtschaftsminister Minoru Kiuchi hat sich am Dienstag zuversichtlich zur Inflationslage im Land geäußert. Der Verbraucherpreisindex sei im Juni im Jahresvergleich lediglich um 1,7% gestiegen, erklärte Kiuchi auf einer Pressekonferenz in Tokio. Die Weitergabe höherer Kosten infolge des Nahostkonflikts an die Verbraucher sei bisher begrenzt geblieben.

Diese Einschätzung steht in deutlichem Widerspruch zur Haltung der Bank of Japan (BOJ). Die japanische Zentralbank hatte in der vergangenen Woche ihre bisher schärfste Warnung vor dem Risiko ausgesprochen, dass die Inflation das angestrebte Ziel von 2% überschreiten könnte. Kiuchi reagierte damit direkt auf diese Warnung der Notenbank.

Vorsicht vor steigenden Kosten im Herbst

Trotz seiner grundsätzlich optimistischen Haltung mahnte Kiuchi zur Wachsamkeit. „Wir müssen jedoch wachsam gegenüber der Möglichkeit sein, dass die Kosten vom Sommer bis zum Herbst schrittweise auf Lebensmittel und andere Konsumgüter abgewälzt werden könnten", sagte der Minister. Die Regierung setzt dabei auf Kraftstoffsubventionen, um die finanzielle Belastung der Haushalte durch steigende Preise abzufedern.

Auf der Einkommensseite zeigte sich Kiuchi ebenfalls vorsichtig optimistisch: Die durchschnittlichen Reallöhne sollen im laufenden Geschäftsjahr, das im März 2027 endet, um knapp 1% steigen. Dies wäre ein wichtiges Signal dafür, dass die Kaufkraft der japanischen Bevölkerung trotz des Inflationsdrucks erhalten bleibt.

Spannungsfeld zwischen Regierung und Zentralbank

Kiuchi, der als Befürworter einer lockeren Geldpolitik gilt, formulierte seine Erwartungen an die BOJ klar: „Wir hoffen, dass die BOJ weiterhin eine angemessene Politik verfolgt, um ihr Inflationsziel von 2% stabil und nachhaltig zu erreichen." Diese Aussage wird von Marktbeobachtern als Signal für die Vorbehalte der Regierung gegenüber weiteren Zinserhöhungen gewertet.

Der Wirtschaftsminister nahm an den jüngsten geldpolitischen Sitzungen der BOJ teil – darunter die Sitzung der vergangenen Woche sowie jene im Juni, bei der die Zentralbank die Leitzinsen auf ein 31-Jahres-Hoch von 1% angehoben hatte. Damit vollzog die BOJ eine der bedeutendsten geldpolitischen Wenden der jüngeren japanischen Geschichte.

Bereits bei der Sitzung im Juni hatte Kiuchi laut einer Zusammenfassung der Sitzungsmeinungen gefordert, dass die BOJ für ihre Entscheidungen zur Rechenschaft gezogen werden müsse. Zudem solle die Zentralbank flexibel reagieren, falls die Wirtschaft mit „extremer Volatilität" konfrontiert werde. Diese Äußerungen wurden von den Märkten als klares Zeichen für die Skepsis der Regierung gegenüber dem Zinserhöhungskurs der Notenbank interpretiert.

Das Spannungsfeld zwischen der japanischen Regierung und der Bank of Japan bleibt damit ein zentrales Thema für Investoren, die japanische Anleihen, den Yen oder japanische Aktien im Blick haben. Die unterschiedlichen Einschätzungen zur Inflationsentwicklung dürften die Debatte über den künftigen geldpolitischen Kurs Japans weiter befeuern.

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