Japans Premierministerin Takaichi vor kritischem Anleihetest am Donnerstag
Milliardenauktion 30-jähriger Staatsanleihen wird zum Stimmungsbarometer für Takaichis expansive Fiskalpolitik vor Neuwahlen.

Japans Premierministerin Sanae Takaichi steht drei Tage vor den vorgezogenen Neuwahlen am Wochenende vor einem entscheidenden Markttest. Das Finanzministerium versteigert am Donnerstag 30-jährige Staatsanleihen im Wert von 700 Milliarden Yen (4,5 Milliarden Dollar) – eine Laufzeit, die besonders sensibel auf fiskalische Risiken reagiert.
Die Auktion gilt als Referendum über Takaichis wirtschaftspolitische Pläne. Die als "fiskalische Taube" bekannte Regierungschefin hat eine Aussetzung der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel versprochen und setzt auf expansive Fiskalpolitik im Stile der "Abenomics" des verstorbenen Premiers Shinzo Abe. Bereits im vergangenen Monat reagierten die Anleihemärkte mit einem Kursrutsch auf diese Ankündigungen.
"Diese Auktion dient im Wesentlichen als Referendum darüber, wie Investoren die fiskalischen Risiken der Wahl einschätzen", erklärt Shoki Omori, Chef-Desk-Stratege bei Mizuho Securities. Er erwartet eine schwache Nachfrage und warnt vor stark steigenden Renditen nach der Auktion.
Rekordschulden belasten Anlegervertrauen
Japan weist mit einer Schuldenquote von 230 Prozent des Bruttoinlandsprodukts die höchste Verschuldung unter den entwickelten Volkswirtschaften auf. Bei vier der letzten fünf Auktionen 30-jähriger Anleihen schnellten die Renditen auf neue Rekordhöhen – ein deutliches Zeichen für Investorenbedenken.
Besonders alarmierend: Am 7. Oktober, nur drei Tage nach Takaichis Wahl zur Vorsitzenden der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), kam es zu einem massiven Ausverkauf. Die Laufzeitprämie für 30-jährige Anleihen liegt aktuell bei 2,8 Prozentpunkten – deutlich höher als die 1,6 Prozentpunkte für zehnjährige Papiere.
Die richtungsweisende Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen notierte am Montag bei 3,63 Prozent. Das liegt zwar unter dem Rekordhoch von 3,46 Prozent vom 20. Januar, aber immer noch rund einen halben Prozentpunkt höher als Anfang Oktober.
Hedgefonds verstärken Volatilität
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Zur AktienanalyseEine zusätzliche Herausforderung stellt die veränderte Investorenstruktur dar. Ausländische Investoren, vorwiegend Hedgefonds, machten im Dezember etwa 46 Prozent des Handels mit Super-Long-Anleihen aus – ein dramatischer Anstieg gegenüber 13 Prozent im Vorjahr. Diese "Fast Money"-Investoren verschärfen die Volatilität, während traditionelle Käufer wie Lebensversicherer und Pensionsfonds zurückhaltend bleiben.
"Wenn Sie eine derart signifikante Volatilität erlebt haben, möchten Sie nicht derjenige sein, der versucht, in ein fallendes Messer zu greifen", warnt Chris Scicluna, Forschungsleiter bei Daiwa Capital Markets Europe.
Bereits am Dienstag wird eine Auktion zehnjähriger Anleihen einen ersten Hinweis auf die Investorenstimmung liefern. Aktuelle Zeitungsumfragen deuten auf einen Erdrutschsieg der LDP hin – was den Anleihemärkten zusätzliche Nervosität beschert, da Takaichi damit freie Hand für ihre expansive Fiskalpolitik hätte.


