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Japans Exporte steigen im April trotz Nahostkonflikt stark

Japanische Ausfuhren wachsen um 14,8 Prozent – deutlich über den Erwartungen – und überraschen mit einem Handelsbilanzüberschuss.

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Japans Exporte steigen im April trotz Nahostkonflikt stark

Japans Exporte haben im April den achten Monat in Folge zugelegt. Die Gesamtausfuhren stiegen wertmäßig um 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Regierungsdaten vom Donnerstag zeigen. Damit übertrafen sie die mittlere Marktprognose von 9,3 Prozent deutlich und bauten auf dem revidierten Zuwachs von 11,5 Prozent im März auf.

Die Zahlen spiegeln eine robuste weltweite Nachfrage wider – und das trotz erheblicher Lieferunterbrechungen infolge des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran. Besonders bemerkenswert: Die Exporte blieben stabil, weil die heimische Produktion auf bestehende Lagerbestände zurückgreifen konnte, gestützt durch Japans umfangreiche strategische Ölreserven.

Starke Nachfrage aus den USA und China

Aufgeschlüsselt nach Handelspartnern zeigt sich ein differenziertes Bild: Die Exporte in die USA stiegen im Jahresvergleich um 9,5 Prozent, während die Ausfuhren nach China sogar um 15,5 Prozent zulegten. Beide Märkte erwiesen sich damit als wichtige Wachstumstreiber für die japanische Exportwirtschaft.

Auch die Importe entwickelten sich stärker als erwartet: Sie wuchsen um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während Analysten lediglich einen Anstieg von 8,3 Prozent prognostiziert hatten. Dies geschah trotz eines massiven Einbruchs der Rohölimporte um 64 Prozent – laut einem Beamten des japanischen Finanzministeriums der stärkste Rückgang seit 1980. Ein Anstieg der Rohölimporte aus den USA konnte einen Teil dieses Rückgangs ausgleichen.

Überraschender Handelsbilanzüberschuss

Das Ergebnis dieser Entwicklungen ist ein Handelsbilanzüberschuss von 301,9 Milliarden Yen, umgerechnet rund 1,90 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert überrascht umso mehr, als der Markt zuvor ein Defizit von 29,7 Milliarden Yen erwartet hatte. Der Schwenk vom prognostizierten Defizit zum tatsächlichen Überschuss verdeutlicht die Stärke der japanischen Exportdynamik.

Die aktuellen Handelsdaten fügen sich in ein insgesamt positives Bild der japanischen Wirtschaft ein. Separate Daten vom Dienstag zeigten, dass Japans Wirtschaft im ersten Quartal 2026 mit einer annualisierten Rate von 2,1 Prozent schneller gewachsen ist als erwartet. Getrieben wurde dieses Wachstum durch solide Exporte und einen starken Konsum.

Risiken durch anhaltende Nahostspannungen

Trotz der erfreulichen Zahlen warnen Analysten vor Risiken für die kommenden Monate. Die Schließung der Straße von Hormus hat die Energiekosten in die Höhe getrieben und Lieferunterbrechungen bei Öl und anderen Vorprodukten verursacht. Sollten diese Störungen der Versorgungswege im Nahen Osten anhalten, könnten sie sowohl die Importe als auch die Exporte belasten.

Besonders energieintensive Sektoren wie die Chemieindustrie gelten als anfällig. Steigende Produktionskosten und eine mögliche Dämpfung der weltweiten Nachfrage könnten die Exportdynamik in den kommenden Quartalen bremsen. Die Bewährungsprobe für Japans Wirtschaft steht damit noch bevor.

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