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Japanischer Yen springt auf Zehnwochenhoch und befeuert Interventionsspekulationen

Ein plötzlicher Kurssprung des Yen um 1,8 Prozent innerhalb von 30 Minuten lässt Marktteilnehmer an staatliche Eingriffe denken.

Japanischer Yen springt auf Zehnwochenhoch und befeuert Interventionsspekulationen

Der japanische Yen hat im asiatischen Nachmittagshandel einen markanten Kurssprung vollzogen und dabei ein Zehn-Wochen-Hoch erreicht. Innerhalb von nur rund 30 Minuten legte die Währung um etwa 1,8 Prozent zu – eine Bewegung, die in Devisenmärkten als außergewöhnlich gilt und sofort Spekulationen über staatliche Marktinterventionen auslöste.

In der Spitze stieg der Yen auf über 155,04 Yen pro US-Dollar. Das bedeutet: Je weniger Yen für einen Dollar benötigt werden, desto stärker ist die japanische Währung. Ein Anstieg auf 155 von zuvor höheren Werten signalisiert damit eine deutliche Aufwertung des Yen gegenüber dem Greenback.

Teilweise Gegenbewegung nach dem Kurssprung

Im weiteren Handelsverlauf gab der Yen einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Gegen 9:34 Uhr Londoner Zeit notierte die Währung bei rund 156 Yen pro US-Dollar. Damit blieb zwar ein Teil der Aufwertung erhalten, doch der anfängliche Schwung ließ nach.

Solche abrupten Bewegungen im Devisenmarkt sind ein klassisches Muster, das Marktteilnehmer mit staatlichen Interventionen in Verbindung bringen. Die japanische Regierung und die Bank of Japan haben in der Vergangenheit wiederholt am Devisenmarkt eingegriffen, um eine übermäßige Schwäche des Yen zu bremsen. Offizielle Bestätigungen für derartige Eingriffe erfolgen in der Regel erst mit zeitlicher Verzögerung oder gar nicht.

Hintergrund: Yen unter Druck

Der Yen steht seit geraumer Zeit unter erheblichem Abwertungsdruck. Der Hauptgrund liegt in der Zinspolitik: Während die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen deutlich angehoben hat, hielt die Bank of Japan lange an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Dieses Zinsgefälle macht den US-Dollar für Anleger attraktiver als den Yen und belastet die japanische Währung strukturell.

Für deutsche Privatanleger und Exporteure ist die Entwicklung des Yen durchaus relevant. Ein schwacher Yen verbilligt japanische Produkte auf dem Weltmarkt und verschafft japanischen Unternehmen Wettbewerbsvorteile gegenüber europäischen Konkurrenten. Gleichzeitig verteuern sich Importe nach Japan, was die dortige Inflation antreibt.

Die Spekulationen über eine Intervention zeigen, wie sensibel die Devisenmärkte derzeit auf ungewöhnliche Kursbewegungen reagieren. Ob tatsächlich japanische Behörden hinter dem Kurssprung stecken, blieb zunächst unklar. Die Marktbewegung selbst – ein Anstieg von 1,8 Prozent in einer halben Stunde – spricht jedoch für außergewöhnliche Kräfte im Markt, die über normalen Handelsfluss hinausgehen.

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