ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Japanischer Yen fällt unter 161 – Interventionsspekulationen nehmen zu

Der Yen nähert sich einem 40-Jahres-Tief gegenüber dem Dollar und schürt neue Spekulationen über eine Tokioter Währungsintervention.

Japanischer Yen fällt unter 161 – Interventionsspekulationen nehmen zu

Der japanische Yen hat am späten Donnerstag die psychologisch wichtige Marke von 161 gegenüber dem US-Dollar durchbrochen. Im weiteren Tagesverlauf fiel die Währung bis auf 161,80 pro Dollar – den niedrigsten Stand seit Juli 2024. Damit rückt ein historisches Tief in greifbare Nähe: Sollte der Yen die Marke von 161,96 unterschreiten, wäre er so schwach wie zuletzt im Jahr 1986.

Der Kursverfall setzte unmittelbar nach dem Schließen der japanischen Aktienmärkte am Donnerstag ein. Die rasche Abwertung hat die Spekulationen neu entfacht, dass die japanische Regierung erneut am Devisenmarkt eingreifen könnte, um die Landeswährung zu stützen.

Japanische Behörden warnen vor Maßnahmen

Finanzministerin Satsuki Katayama machte beim jüngsten G7-Treffen deutlich, dass Japan handlungsbereit ist. Berichten zufolge erklärte sie, das Land sei „bereit, entschlossene Maßnahmen gegen spekulative Bewegungen" an den Devisenmärkten zu ergreifen. Auch der stellvertretende Gouverneur der Bank of Japan, Ryozo Himino, äußerte sich vor dem Parlament und betonte, die Zentralbank beobachte die Währungsbewegungen aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Inflation genau.

Diese Warnungen kommen nicht aus dem Nichts: Das japanische Finanzministerium hatte bereits im Mai Interventionen im Wert von mehr als 70 Milliarden US-Dollar vorgenommen, um den Yen zu stützen. Zusätzlich hat die Bank of Japan zuletzt die Zinsen angehoben und die Kreditkosten auf den höchsten Stand seit 1995 gebracht. Dennoch blieb der Yen unter anhaltendem Abwertungsdruck.

Strukturelle Faktoren treiben den Yen-Verfall

Experten, die gegenüber dem Finanzsender CNBC Stellung nahmen, zeigen sich skeptisch, was die Wirksamkeit weiterer Interventionen betrifft. Die Schwäche des Yen sei struktureller Natur und lasse sich durch kurzfristige Markteingriffe kaum dauerhaft beheben. Als zentrale Treiber gelten die erhöhten Renditen von US-Staatsanleihen, die den Dollar weiterhin attraktiv machen, sowie die wachstumsorientierte Politik der Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi, die eine Präferenz für relativ expansive geldpolitische Bedingungen signalisiert hat.

Diese Kombination aus hohen US-Zinsen und einer vergleichsweise lockeren japanischen Geldpolitik macht den Yen für internationale Anleger wenig attraktiv. Kapital fließt in den Dollar, während der Yen unter Verkaufsdruck bleibt – ein klassisches Muster, das sich in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt hat.

Zweischneidiges Schwert für die japanische Wirtschaft

Für Japan ist die Yen-Schwäche ein zweischneidiges Schwert. Einerseits profitieren exportorientierte Unternehmen wie Automobilhersteller und Elektronikriesen von einem schwachen Yen, da ihre Produkte im Ausland günstiger werden und die Exporterlöse in Yen gerechnet steigen. Das stützt das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne.

Andererseits verteuert ein schwacher Yen Importe erheblich – von Energie über Rohstoffe bis hin zu Lebensmitteln. Dies treibt die importierte Inflation an und belastet die Kaufkraft der japanischen Haushalte spürbar. Gerade für Verbraucher, die ohnehin mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, ist die anhaltende Yen-Schwäche eine zusätzliche finanzielle Belastung.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung des Yen auch deshalb relevant, weil sie Rückschlüsse auf die globalen Kapitalströme und die Stärke des US-Dollars zulässt. Ein anhaltend starker Dollar beeinflusst auch den Euro-Dollar-Kurs und damit die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporteure.

Japanischer YenYen Dollar KursWährungsintervention JapanBank Of JapanYen TiefDevisenmarktUsd Jpy

Disclaimer