ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Japanischer Yen fällt auf 38-Jahres-Tief – Interventionsgefahr steigt

Der Yen erreichte 163,24 pro Dollar – den schwächsten Stand seit 1986. Händler fürchten eine erneute japanische Marktintervention.

Japanischer Yen fällt auf 38-Jahres-Tief – Interventionsgefahr steigt

Der japanische Yen steht massiv unter Druck. Am Dienstag fiel die Währung im New Yorker Handel auf 163,24 pro Dollar – den schwächsten Stand seit Ende 1986. Zu Beginn des asiatischen Handels am Mittwoch notierte der Kurs bei 163,21 und verharrte damit nahe einem fast vier Jahrzehnte alten Tief.

Treiber der Dollar-Stärke sind gleich mehrere Faktoren: steigende US-Staatsanleiherenditen sowie kletternde Ölpreise. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe erreichte über Nacht mit 4,64 Prozent ihren höchsten Stand seit Mai. Die 30-jährige Rendite stieg auf ein Zwei-Monats-Hoch von 5,15 Prozent – ein Niveau, das erfahrungsgemäß globale Märkte belastet und die Hürde für risikoreichere Anlagen erhöht.

Auch der anhaltende Nahostkonflikt spielt dem Dollar in die Hände. „Eine Fortsetzung des Nahostkonflikts dürfte den Dollar aufgrund seines Status als sicherer Hafen und der typischerweise positiven Korrelation mit den Ölpreisen stützen", sagte Samara Hammoud, Währungsstrategin bei der Commonwealth Bank of Australia. US-Streitkräfte flogen in der elften Nacht in Folge Angriffe auf den Iran. Brent-Rohöl-Futures erreichten am Dienstag ein Sechs-Wochen-Hoch von 91,99 Dollar pro Barrel.

Breite Dollar-Stärke belastet andere Währungen

Der Dollar legte über Nacht auf breiter Front zu und drückte den Euro kurzzeitig unter 1,14 Dollar. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1401 Dollar. Das Pfund Sterling fiel unter seinen 200-Tage-Durchschnitt auf 1,3385 Dollar, während Händler abwägen, wie der neue britische Finanzminister John Healey geplante Ausgaben zu finanzieren gedenkt. Der Australische Dollar verteidigte die 70-Cent-Marke, der Neuseeland-Dollar hielt sich knapp über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 0,5825 Dollar.

Für den Yen sind die strukturellen Probleme tiefgreifend. Niedrige Zinsen und Sorgen um Japans Staatsfinanzen haben die Währung über Jahre hinweg unter Druck gesetzt. Japan hatte bereits im April und Mai in Rekordhöhe interveniert, nachdem der Dollar/Yen-Kurs die Marke von 160 überschritten hatte. Die Wirkung dieser Maßnahmen ist jedoch verpufft.

HSBC: Neue Intervention wahrscheinlich – aber kaum nachhaltig

Die japanischen Behörden sind inzwischen von offenen Interventionsdrohungen zu einer Taktik des Hinterhalts übergegangen, um die Märkte in Atem zu halten. Auch der kurzfristige Auftrieb durch Überlegungen des japanischen Finanzministers, der staatliche Pensionsfonds könnte Auslandsinvestitionen in inländische Märkte umschichten, ist abgeklungen.

Analysten der HSBC unter der Leitung von Paul Mackel, Global Head of Foreign Exchange Research, schrieben in einem Ausblick: „Wir glauben, dass (Japan) bald wieder intervenieren könnte." Sie warnen jedoch, dass eine solche Maßnahme kaum nachhaltige Wirkung entfalten dürfte – es sei denn, die Bank of Japan nimmt mehrere restriktive Zinsschritte vor, die US-Notenbank Federal Reserve kehrt zu einer Zinssenkungsneigung zurück oder die Marktstimmung hinsichtlich der fiskalischen Gesundheit Japans ändert sich grundlegend.

Das HSBC-Basisszenario lautet: „Der Dollar/Yen-Kurs bleibt in einer neuen und höheren Spanne gefangen, hauptsächlich zwischen 160 und 165, gedeckelt durch periodische Interventionen, aber gestützt durch negative Realzinsen in Japan." Im weiteren Verlauf des Mittwochs rückt zudem eine Auktion 20-jähriger US-Staatsanleihen in den Fokus der Märkte – ein weiterer potenzieller Impulsgeber für die Renditen und damit für den Yen-Kurs.

YenDollar Yen KursJapan InterventionUs-Staatsanleihen RenditeDevisenmarktBank Of JapanWährungskrise Japan

Disclaimer