ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Japan warnt vor Yen-Volatilität nach Kurssprung gegenüber US-Dollar

Tokio beobachtet Devisenmärkte mit hoher Dringlichkeit und schließt Interventionen nicht aus.

Japan warnt vor Yen-Volatilität nach Kurssprung gegenüber US-Dollar

Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura hat am Donnerstag eine erneute Warnung vor übermäßiger Volatilität am Devisenmarkt ausgesprochen. Der Staatssekretär im Finanzministerium für internationale Angelegenheiten betonte, dass Tokio die Wechselkursbewegungen mit großer Dringlichkeit verfolge, nachdem der Yen gegenüber dem Dollar deutlich zugelegt hatte.

Der Yen notierte zuletzt bei 153,02 pro Dollar und hat sich damit merklich von der psychologisch wichtigen Marke von 160 erholt. Analysten hatten befürchtet, dass ein Überschreiten dieser Schwelle japanische Währungshüter zu direkten Marktinterventionen veranlassen könnte. Seit dem Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi am vergangenen Sonntag hat die japanische Währung rund 3 Prozent an Wert gewonnen.

"Unsere Politik bleibt unverändert. Wir werden die Märkte weiterhin mit großer Dringlichkeit genau beobachten und eine enge Kommunikation mit den Märkten pflegen", erklärte Mimura vor Journalisten in Tokio. Er fügte hinzu: "Wir sind keineswegs weniger wachsam geworden."

Spekulationen über Kursprüfungen

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Währungsbewegung nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Mittwoch. Der Yen schwächte sich zunächst kurzzeitig ab, bevor er sprunghaft anstieg. Diese ungewöhnliche Bewegung löste Spekulationen aus, dass Japan sogenannte "Rate Checks" durchführte – Kursprüfungen, die häufig als Vorbote einer Marktintervention gelten.

Mimura wollte sich zu diesen Spekulationen nicht äußern: "Es gab verschiedene Spekulationen darüber, ob wir nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten Kursprüfungen durchgeführt haben, was ich nicht kommentieren werde." Er betonte jedoch, dass Tokio in engem Kontakt mit den US-Behörden stehe.

Politischer Rückenwind für den Yen

Die jüngste Yen-Stärkung wird von Marktteilnehmern auch auf das umfassende Wahlmandat von Premierministerin Takaichi zurückgeführt. Investoren gehen davon aus, dass ihre Regierung den Weg für mehr Haushaltsdisziplin ebnen könnte, da Verhandlungen mit Oppositionsparteien nun weniger relevant werden.

Ein schwacher Yen stellt die japanische Wirtschaftspolitik vor erhebliche Herausforderungen. Die Währungsschwäche treibt die Importkosten in die Höhe und befeuert die allgemeine Inflation im Land. Im vergangenen Monat verzeichnete der Yen drei deutliche Kurssprünge, wobei die stärksten Bewegungen nach Berichten über ungewöhnliche Kursprüfungen durch die New York Federal Reserve auftraten.

Mögliche gemeinsame Intervention mit den USA

Die Entwicklungen haben Spekulationen über eine mögliche koordinierte Intervention zwischen den USA und Japan angeheizt. Eine solche gemeinsame Aktion wäre die erste seit 15 Jahren und würde die Ernsthaftigkeit der Situation unterstreichen. Währungsinterventionen sind ein heikles Instrument, das Zentralbanken und Regierungen nur in Ausnahmesituationen einsetzen, wenn sie übermäßige Marktbewegungen für schädlich halten.

YenJapanWährungsinterventionDollar-Yen-KursAtsushi Mimura

Disclaimer