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Japan verzichtet vorerst auf Yen-Intervention dank US-Unterstützung

Koordinierte Maßnahmen mit der Fed stoppen einseitigen Währungsverfall – Ex-Notenbanker sieht psychologischen Erfolg

Japan verzichtet vorerst auf Yen-Intervention dank US-Unterstützung

Japan dürfte vorerst auf eine direkte Intervention am Devisenmarkt verzichten. Die koordinierten Maßnahmen mit den USA zeigen bereits Wirkung und verhindern einen einseitigen Verfall des Yen. Das erklärte Atsushi Takeuchi, ehemaliger Notenbanker und Währungsexperte, gegenüber Reuters.

Die mutmaßlichen Zinssatzprüfungen der New Yorker Federal Reserve am vergangenen Freitag sendeten ein starkes Signal an die Märkte. "Die Präsenz der USA machte einen großen Unterschied, da die Märkte wissen, dass sie die Fed nicht bekämpfen sollten", betonte Takeuchi im Interview. Das seltene Ereignis demonstriere Washingtons Entschlossenheit, Japan bei der Stabilisierung des Yen zu unterstützen.

Der Yen sprang am Dienstag um über ein Prozent auf ein Dreimonatshoch von 152,10 je Dollar. Auslöser waren Gerüchte über koordinierte Zinssatzprüfungen der USA und Japans, die oft als Vorbote einer offiziellen Intervention gelten. Zuvor war die japanische Währung gefährlich nahe an die psychologisch wichtige Marke von 160 je Dollar gerutscht.

Fokus auf Bewegungen statt Niveaus

Die japanischen Behörden konzentrieren sich nach Takeuchis Einschätzung bewusst auf die Bewegungen des Yen und weniger auf bestimmte Kursniveaus. "Was die Behörden stoppen wollten, war ein einseitiger, starker Verfall des Yen", erklärte der Experte. Die vermuteten Zinssatzprüfungen halten die Märkte nun in Alarmbereitschaft und schrecken Spekulanten davon ab, weiter gegen den Yen zu wetten.

Ein direkter Eingriff könnte den Yen-Anstieg beschleunigen und die Aktienkurse belasten. Dies möchte die Regierung möglicherweise vermeiden, da Premierministerin Sanae Takaichi im nächsten Monat in eine Wahl geht. Die psychologische Wirkung der koordinierten Maßnahmen reicht offenbar aus, um die gewünschte Stabilisierung zu erreichen.

Strategiewechsel seit 2022

Historisch intervenierte Japan vor allem, um starke Yen-Anstiege zu verhindern, die der exportabhängigen Wirtschaft schaden. Seit 2022 hat sich der Fokus jedoch verschoben: Nun geht es darum, den Yen gegen übermäßige Abwertung zu verteidigen, die die Inflation anheizen und die Kaufkraft der Verbraucher schwächen würde.

"Die wichtigste Aufgabe des obersten Währungsdiplomaten Japans ist es, die Angst der Märkte vor einer Intervention zu schüren und aufrechtzuerhalten", sagte Takeuchi. "So weit ist Japan dies gelungen." Der Währungsexperte war von 2010 bis 2012 selbst an mehreren Yen-Interventionen beteiligt und ist heute leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ricoh Institute of Sustainability and Business.

Die jüngste Entwicklung zeigt, dass die japanischen Behörden ihre psychologische Schlacht mit den Märkten gewonnen haben. Solange die Wirkung anhält, dürfte Tokio auf teure direkte Markteingriffe verzichten können.

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