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Japan und USA intervenieren gemeinsam gegen Yen-Schwäche am Devisenmarkt

Eine seltene koordinierte Intervention der USA und Japans erhöht den Druck auf Yen-Spekulanten – doch Analysten bleiben skeptisch.

Japan und USA intervenieren gemeinsam gegen Yen-Schwäche am Devisenmarkt

Japan und die USA haben erstmals seit 15 Jahren gemeinsam am Devisenmarkt interveniert, um den schwachen Yen zu stützen. Die koordinierte Aktion hat einen deutlichen Squeeze bei Short-Positionen ausgelöst – den größten seit fast zwei Jahren. Dennoch zweifeln Analysten daran, ob Spekulanten ohne eine dauerhaft straffere Geldpolitik langfristig in Schach gehalten werden können.

Der Yen stieg am frühen Montag im asiatischen Handel um 1% auf ein Hoch von 155,20 pro Dollar – der höchste Stand seit etwa drei Monaten. Damit entfernte sich die japanische Währung spürbar von ihrem im Juli erreichten 40-Jahres-Tief von 163,99 Yen pro Dollar. Die Erholung zeigt, dass die gemeinsame Front der Behörden in Tokio und Washington zunächst Wirkung zeigt.

Japan hatte bereits Ende April und Anfang Mai rund 70 Milliarden US-Dollar eingesetzt, um den Yen zu stützen. Die Erholung war jedoch nur von kurzer Dauer – ein Muster, das sich auch in den Jahren 2024 und 2022 wiederholte, als Japan allein am Devisenmarkt intervenierte. Durch den Zusammenschluss zur ersten gemeinsamen Intervention seit 15 Jahren setzen die Behörden nun auf eine stärkere Abschreckungswirkung gegenüber Spekulanten.

Der entscheidende Faktor: Die Bank of Japan

Der eigentliche Test liegt nun bei der Bank of Japan (BOJ). Analysten betonen, dass der große Renditeabstand zwischen Japan und den Vereinigten Staaten weiterhin der Haupttreiber für die Yen-Schwäche ist. Solange dieser Abstand bestehen bleibt, haben Spekulanten einen strukturellen Anreiz, gegen den Yen zu wetten.

Ein wichtiges Signal kommt vom Anleihenmarkt: Die Rendite zweijähriger japanischer Staatsanleihen, die am empfindlichsten auf die Geldpolitik der BOJ reagiert, erreichte am Montag 1,54% – den höchsten Stand seit Mai 1995. Dies deutet darauf hin, dass die Märkte zunehmend mit schnelleren Zinserhöhungen durch die japanische Zentralbank rechnen.

Analysten zufolge hat die koordinierte Intervention das Risiko von Folgemaßnahmen erhöht, einschließlich schnellerer Zinserhöhungen durch die BOJ. Eine überraschende Zinserhöhung der Bank of Japan würde nach Einschätzung von Marktbeobachtern viel dazu beitragen, die Erwartungen hinsichtlich der Entschlossenheit der Zentralbank zu festigen.

Hintergrund: Warum der Yen so stark unter Druck steht

Für deutsche Anleger ist die Situation am japanischen Devisenmarkt aus mehreren Gründen relevant. Der schwache Yen ist ein direktes Ergebnis der jahrelangen Niedrigzinspolitik der BOJ, während andere große Zentralbanken – allen voran die US-Notenbank Fed – die Zinsen deutlich angehoben haben. Dieser Zinsunterschied macht es für Händler attraktiv, in Yen zu leihen und das Geld in höher verzinsten Währungen anzulegen – ein sogenannter Carry Trade.

Die Frage, ob die gemeinsame Intervention von Japan und den USA eine nachhaltige Trendwende einleiten kann, bleibt offen. Historisch gesehen waren reine Devisenmarktinterventionen ohne begleitende geldpolitische Maßnahmen nur von begrenzter Wirkungsdauer. Entscheidend wird sein, ob die BOJ den Signalen des Anleihenmarkts folgt und die Zinsen tatsächlich schneller als erwartet anhebt.

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