Japan hebt Leitzins auf höchsten Stand seit 1995
Die Bank of Japan erhöht den Kurzfristzins auf 1% – Australien hält dagegen inne. Märkte warten auf Pressekonferenzen.

Die Bank of Japan hat ihren kurzfristigen Leitzins am Dienstag auf 1,0% angehoben – das ist der höchste Stand seit 1995. Damit setzt die japanische Notenbank ihren vorsichtigen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik fort. Die Reserve Bank of Australia (RBA) hingegen beließ ihren Leitzins unverändert bei 4,35%.
Beide Entscheidungen entsprachen den Markterwartungen und lösten keine heftigen Reaktionen bei den betroffenen Währungen aus. Weder der Japanische Yen noch der Australische Dollar bewegten sich unmittelbar stark. Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf die anschließenden Pressekonferenzen in Tokio und Sydney.
Blick auf die Pressekonferenzen
RBA-Gouverneurin Michele Bullock wird um 05:30 Uhr GMT erwartet. Eine Stunde später folgt Shinichi Uchida, Vize-Gouverneur der Bank of Japan, der den erkrankten Notenbankchef Kazuo Ueda vertritt. Anleger rechnen mit einem moderat restriktiven Ausblick: Für Japan ist bereits eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr eingepreist, für Australien liegt die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen Anhebung bei 65%.
Japans Zinsschritt bringt die Sätze an das untere Ende des von der Notenbank geschätzten neutralen Zinsniveaus. Gleichzeitig legte die Bank of Japan eine Pause beim Rückzug aus dem Anleihenmarkt ein. Die Zentralbank plant, ihre Anleihenkäufe bis April 2027 um rund 200 Milliarden Yen (etwa 1,25 Milliarden US-Dollar) pro Quartal zu reduzieren, bis sich die Käufe japanischer Staatsanleihen (JGB) bei etwa 2 Billionen Yen pro Monat stabilisieren.
Geopolitik und Ölpreise im Fokus
An den globalen Märkten zeigten sich Händler zurückhaltend, die Kurse nach dem vorsichtigen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran am Wochenende weiter nach oben zu treiben. Die Ölpreise hielten sich über 80 US-Dollar pro Barrel. Details des Abkommens blieben spärlich, und Reedereien erklärten, es könne Wochen dauern, bis das Vertrauen für eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus wiederhergestellt sei.
Die Aktien von SoftBank notierten stabil, nachdem Reuters berichtet hatte, dass der Finanzvorstand der Investmentsparte Vision Fund das Unternehmen nach einem Jahrzehnt verlässt. Aus China kamen unterdessen gemischte Signale: Die Einzelhandelsumsätze sanken erstmals seit mehr als drei Jahren, was die Stimmung belastete und die Kurse in Hongkong unter Druck setzte.
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Zur AktienanalyseWall Street und Nvidia mit starken Signalen
Über Nacht verzeichnete die Wall Street Gewinne. Im nachbörslichen Handel überstieg der Marktwert von SpaceX die Marke von 2,6 Billionen US-Dollar, während die Aktie auf rund 48% über ihrem Emissionspreis stieg. Chipriese Nvidia überraschte die Rentenmärkte mit einer unerwartet großen Anleiheemission im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar. Laut Unternehmensangaben sollen die Mittel zur Refinanzierung und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.


